Sunday, October 26, 2014

19. Oktober Das blaue Meer

Um halb sieben fahren wir los, um hoffentlich einen tollen Sonnenaufgang zu sehen. Es ist bewölkt, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aussedem sind wir jetzt eh schon wach, dann können wir auch los.

Viel zu früh sind wir dort und wären sogar fast noch dran vorbeigefahren. Zum Glück sind schon ein paar Autos da, die noch früher gekommen sind. Ein bisschen können wir noch im "wärmeren" Auto warten. Es ist noch stockdunkel. 
Zusammen mit einer Handvoll anderer Touristen, aber auch Einheimischer warten wir jetzt darauf, dass die Wolken verschwinden und wir die Sonne auch wirklich hinter den Moai aufgehen sehen. 
Anstatt sich aber zufzulösen, werden wir erstmal ein wenig nass. Es regnet. :(

Ein Einheimischer mit dem ich mich unterhalte, erzählt, dass es vor 20 Jahren noch nicht so kalt war hier und es nicht so viele Regentage gab. Der Klimawandel ist auch hier angekommen. 
Und um 7:37 ist der Horizont voller Wolken. Erst ca. 15 min später bildet sich ein Loch und die Sonne lugt durch. Das ist jetzt wirklich toll!



Beim Frühstück brauchen wir im Anschluss so lange, dass es uns nicht mehr in die viel angepriesene Sonntagsmesse reicht. Eigentlich ist das schade. Das hätte ich schon gern gesehen.
Die Amerikaner checken schon aus und fliegen heute zurück nach New York. Ronaldo und ich machen uns auf den Weg nach Rano Raku, einem der 2 grossen Vulkane. Hier gibt es eine Menge Moai,ndie scheinbar zufällig auf dem Hügel verteilt sind.


Wir finden einen, der noch zur Hälfte im Berg drin ist. Die Moai sind alle aus einem einzigen Stück Stein. D.h. sie wurden direkt aus dem Berg geschlagen. Wie sie transportiert wurden, ist mir ein Rätsel. Tatsache ist, dass diese Insel eine sehr starke Energie ausstrahlt. 
Heute windet es sehr stark und es ist manchmal wirklich schwierig dagegen anzulaufen.

Wir bahnen unseren Weg auf den Vulkan, in dessen Krater sich ein wunderschöner See gebildet hat.


Hier hätte ich Bock auf ein ruhiges Plätzchen im Schatten ohne Wind und einfach ein bisschen ausruhen. Leider klappt das nur bedingt, wobei das, was wir jetzt erleben durchaus spannend ist.
Mit uns kommt eine riesen Meute Amerikaner und ein paar Latainamerikaner im Krater an. Sie sind sehr laut, stören die Ruhe und Kraft, die der Ort ausstrahlt. Mitten unter ihnen ist eine in Seide und Tüll eingehüllte junge Frau, die getragen wird. Es werden Lautsprecher aufgebaut und so ziemlich jeder Schattenplatz in Beschlag genommen. Grrr!
Wir laufen ein Stück weg und pflanzen uns unter einen Baum. Aus der Ferne kriegen wir nun live alles mit. Das isr eine spirituelle Gruppe, die diesen Ort als heilig empfindet. Ein Einheimischer spricht auf Spanisch und erzählt, dass er heute morgen schon hier war, um die Geister um gutes Wetter zu bitten,  Sonne für den Tag und dass die anderen Wetterverhältnisse ihre Arbeit bitte wann anders verrichten sollen. Er ist froh, dass alle ihm hierher gefolgt sind und will etwas singen. All das wird im übrigen auf Englisch übersetzt. 
Nach seinem Gesang kommt die in Tücher gehüllte Frau nach vorne und spricht in Dialekt, hawaiianisch, wie sich später rausstellt. Auch sie dankt Gott und den Geistern für diese Zusammenkunft und die Möglichkeit heute hier zu sein. 
Das ist alles sehr bizarr. 


Und dann kommt ein amerikanischer Sprecher, der auch gut und gerne im amerikanischen Bibel TV auftreten könnte. Zuerst macht er einen kleinen Witz, dass er, wenn er vor sich schaut - ein Hocker und Pferdesch... - zwei unterschiedliche Arten von Stuhl sieht! Haha... Das kann nicht übersetzt werden und nur die Amis lachen. 
Es folgt eine flammende Rede über die Geister, die Kraft und wie gross Gott ist. Es ist kaum auszuhalten. Wir müssen dann doch gehen! Das gleicht mehr einer Sekte als allem anderem. Spiritualidad!

Auf dem Rückweg baue ich mehrmals fast einen Unfall weil ich meine Augen nicht vom Meer lassen kann. Das ist so unglaublich blau!!!




In Hanga Roa finden wir ein Restaurant, in dem eigentlich nur Einheimische essen. Das ist doch mal eine angenehme Abwechslung zu den teuren Restaurants. Nur gibt es hier nur Sandwiches, Hamburger und Pommes. Meine Avocado Phase ist noch nicht vorbei und ich bestelle Fajita Italiano... Das ist mit Tomate, Mayo und Avocado, wie in der italienischen Flagge. :) die Chilenen lieben das. Eigentlich wollen wir jetzt auch noch auf den anderen Vulkan wandern, aber Ronaldo will auch noch die Höhlen sehen. Wir finden eine, die eine Wahnsinns-Energie ausstrahlt. Das ist schon fast beängstigend. Das Wasser ist so unglaublich blau, dass man es kaum fassen kann. Es schaut aus, als ob jemand eine Desinfektionstablette ins Meer gekippt hätte.



Von hier fahren wir auf die andere Seite der Stadt. Da soll es eine Höhle geben, die 2 Ausgänge hat. Ich als nicht-Höhlenbegeisterter finde das nicht unbedingt so spannend, aber Ronaldo ist ganz wild drauf. Also tigern wir los, über den Weg direkt am Meer entlang. Und sagen wir mal so... Ich bin froh, dass wir 4-Rad-Antrieb haben und mein Papa mir Autofahren gelernt hat. Das was hier als Strasse eingezeichnet ist, verdient keinen derartigen Namen. Es erinnert ein wenig an den ersten Tag in Costa Rica und die Strasse auf dem Vulkan zu unserer Unterkunft. 
Auf ca. halbem Weg kommt uns ein Kerl entgegen und ich will wissen, ob es überhaupt Sinn macht so weiterzufahren. Schon nach dem "Hello" weiss ich wo er herkommt. "Deutsch?" -"Äh, ja!" Der Pottler sagt, dass es schon geht, aber nur wenn man ein geübter Autofahrer ist, was er scheinbar für sich nicht unterschreiben könnte :)
Und tatsächlich schaffen wir es bis zu einem kleinen Abhang, der nun auch mir Schweiss auf die Stirn treibt. Ronaldo ist schon ausgestiegen. Wir sind nicht das einzige Auto, das hier kapituliert. 


Aber die Höhle ist auch nur 20m weiter. Ich schau mir nur das Einstiegsloch an. Ganz schön duster. Ronaldo geht ganz durch und ist superhappy als er wieder zum Vorschein kommt. Na, dann sind wir ja alle glücklich. Wir nehmen denselben Weg wieder zurück. Mein Angebot, dass Ronaldo fährt, lehnt er dankend ab. :) Vorbei am toten Pferd - davon gibt es hier einige, weil alle wild sind und niemandem gehören - und dem Menschen-Friedhof mit sehr vielen bunten Blumen ruckeln wir Richtung Stadt. 
Jetzt wollen wir Kaffee, aber am Sonntag hat hier alles zu. Ausserdem ist noch Siesta Zeit. Eins finden wir und die Unterhaltung klappt immer besser. Wir müssen wirklich ein lustiges Pärchen abgeben.

Ein bisschen Zeit haben wir noch bevor wir das Auto abgeben müssen. Am ersten Tag haben wir Statuen nahe eines Hauses gesehen und fragen uns, ob die wohl auch echt waren. Wir fahren hin, stellen aber schnell fest, dass wir hier auf Privatgrund sind und die Moai viel zu neu sind. Das war dann wohl nix. 

Vor unserem Restaurant sitzen wir jetzt mit Schoki - Hersheys aus Brasilien mitgebracht :) - und surfen im Netz. Ich plane schon Tahiti und Ronaldo lädt Fotos bei FB hoch. Das ist hier nicht wirklich einfach. 
Um 8 hat noch kein Restaurant offen, nur die Cafes, die wir heute nachmittag gebraucht hätten. Da ist es dann halt hier doch wieder wie in Südamerika. :)
In einem wirklich noblen Restaurant essen wir schliesslich polynesischen Thunfisch, der wirklich ausgezeichnet schmeckt. Dazu kriegt Ronaldo ein Corona im Weizenglas serviert. Ich lach mich halb kaputt.
Bei uns im Restaurant ist schon wieder dieselbe Show wie am Freitag und ich erwische eine Tänzer. Heute frage ich ihn, was er drunter hat und er zeigt es mir. Es ist wirklich nicht viel und das bisschen scheint aus Gräsern zu sein. Na, wenn das mal nicht kratzt :)

Tuesday, October 21, 2014

18. Oktober Einmal über die Insel, die Moai besuchen

Das ist mit Abstand das beste Frühstück, das ich bisher hatte, mit echtem Kaffee und Obst. Die Amerikaner sind schon nervös wegen ihrer Tour und hoffen, dass sie an dem einen Tag auch alles Wichtige sehen. Suzuki kommt zu uns her und zeigt uns ein spektakuläres Bild vom Sonnenaufgang in Tongariki. Das hätte er ja auch mal früher sagen und uns mitnehmen können. Egal. Wir haben ja auch morgen noch ein Auto und beschliessen das auf alles Fälle mit einzubauen. Die Amis nehmen wir natürlich mit. 

So, wir sitzen im Auto. Ich denke, wir sollten an der Küste entlang fahren und uns Richtung Anakena, dem Stück Strand mit ein paar Statuen hocharbeiten, damit wir den Rest des Tages dort im Sand liegen können. Ronaldo will andersrum fahren, glaube ich zu verstehen. Er sitzt am Steuer und so fahren wir Richtung Anakena. Hier ist alles ziemlich klein. Das ist also am Ende ohnehin egal. 

Schon nach ein paar Minuten will der Abenteurer auf einen Vulkan steigen, oder zumindest auf etwas das so wie einer aussieht. Ich denke, wenn es keinen Weg gibt, der hochführt, ist es sicher auch nicht so wahnsinnig spannend, aber Ronaldo hat schon geparkt und spurtet los. Mit Rock und Turnschuhen folge ich ihm, merke aber bald, dass gerade den Berg hoch so nicht geht. Ständig habe ich hohes Gras zwischen den Beinen und mein Knöchel ist alles andere als begeistert von der merkwürdigen Stellung. Ich warte also auf halbem Weg ob es da oben überhaupt was zu sehen gibt, aber Ronaldo kommt enttäuscht wieder. Nichts besonderes. Ich bin froh. :)

Jetzt fahre ich. Er hat superdreckige Hände weil er sich ständig am Berg festhalten musste, um nicht zu rutschen. Immer wieder finden wir was tolles zum Fotografieren... Deshalb heute - auch im Sinne der verschlechterten spanisch-portugiesischen Verständigung mehr Fotos und weniger Text!





Anakena 

Direkt am Strand gelegen. So viele gibt es davon hier nicht. An den meisten Stellen ist die Strömung zu gefährlich. Leider ist der Wind ziemlich stark und das Wasser dazu sehr kalt.
Dafür ist das Mittagessen um so leckerer...





Tongariki

Die grösste Anlage mit 15 erhaltenen Moais. Die Energie hier ist wirklich unglaublich. 



Umgestürzte Moai


Am liebsten würden wir den Sonnenuntergang wie gestern bei einem Moai sehen, aber ausser dem einen von gestern abend, wissen wir nicht, wo wir hingehen sollen. Wir hoffen, dass es bei Ahu Akivi geht, aber dem ist nicht so. Trotzdem gibt es ein paar schöne Bilder bevor wir dem Sonnenuntergang mit dem Auto hinterher jagen. 




Obwohl unsere Unterhaltungen sehr rudimentär sind, verstehe ich einigermassen was Ronaldo erzählt und er scheint auch mich ein wenig zu verstehen. Wir wagen ein Abendessen im Restaurant beim Hotel und haben Glück. Es spielt eine Band, und nicht mal schlecht. Ein paar Lieder sind bekannt. Andere sind im Original Rapa Nui Dialekt. Beides sehr schön!

17. Oktober Willkommen auf der Osterinsel

Der Fahrer bringt mich auf der Fahrt zum Flughafen fast um. Seit er weiss, dass ich aus Deutschland komme, will er mir beweisen, dass er auch schnell fahren kann! Autobahn!

Für die Osterinsel gibt es einen extra Schalter weil jeder 2 Gepäckstücke einchecken darf. Der Vorteil ist aber eindeutig, dass ich mich nicht in die riesen Schlange stellen muss, sondern am Gate gleich hinlegen kann. 
Mein Telefon findet Starbucks Wifi, ich kann den Starbucks aber nicht finden 😔

Im Flieger ist es saukalt und ich wünschte, ich hätte meine Busdecke dabei. Dafür habe ich 2 Sitze und kann mich ausbreiten. Den Flug verschlafe ich. 

Pünktlich zum Anflug bin ich aber wieder wach... 4,5h später. 


Ein Traum!

Zur Begrüßung gibt es einen Blumenkranz!


Mit Melissa&Curtis und Ronaldo fahren wir zum Hotel. Es ist nicht so warm wie erwartet, oder liegt das daran, dass ich total übermüdet bin?
Und Internet gibt es leider auch nur vorne im Restaurant.
Melissa und Curtis aus den USA buchen sofort eine Tour für morgen. Ich will eigentlich einen Scooter mieten, aber Ronaldo macht mir auf portugiesisch das Angebot, gemeinsam ein Auto zu mieten. Das kann ja lustig werden, ein Brasilianer ohne Englisch und Spanisch und ich ohne Portugiesisch. Aber ich nehme an 😄
Nach einer größeren Siesta - dringend benötigt - fahren wir gleich noch los. 

Ahu Akivi!




Das war schonmal ein guter Anfang und das sind die einzigen Statuen, die auf's Meer hinausschauen und nicht Richtung Land. Das sind auch die Einzigen, die nicht direkt am Wasser stehen. 

Auf der Suche nach der nächsten archäologischen Fundstelle, verfahren wir uns. Auf einer Insel, die so mini ist, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, aber es geht. 
Wir enden in einem wunderschönen Hotel und kriegen an der Rezeption den Weg erklärt. Wie wir trotz Google Maps hier gelandet sind, ist mir unerklärlich. 
Wir schaffen es aber noch pünktlich zum Sonnenuntergang, der zusammen mit dem Moai am Meer wirklich beeindruckend ist. 

Ronaldo geht danach gleich ins Bett und ich setz mich noch schnell ins Restaurant und surfe im Netz. Hier ist heute eine traditionelle Show, für die auch Eintritt verlangt wird und es dauert nicht lange bis jemand kommt und mich vertreiben will weil ich von aussen durch die Scheibe ab und zu der Show zusehe. Ich verspreche sofort zu gehen, bin aber ein wenig genervt. Wenn sie schon hinten im Hotel kein Internet haben, sollten sie einem wenigstens hier einen Platz geben. Aber da kommt Suzuki und erklärt, dass ich bleiben kann so lange ich will. 
Dann schaue ich natürlich noch ein wenig... Die Jungs haben nur vorne und hinten einen Lappen hängen und ich wundere mich ob sie was drunter haben. :)

Die Osterinsel gefällt mir. Die Leute sind sehr nett und die Mischung aus Tradition und Moderne genau die Richtige für mich. 

Saturday, October 18, 2014

16. Oktober Party bis zum Flug

Um halb acht schon lässt meine argentinische Zimmerhälftenbewohnerin schön alle paar Minuten ihren Wecker klingeln. Ich glaub ich dreh am Rad. Es sind noch keine 3h, dass ich ins Bett bin und sie steht um kurz nach 8 nach unzähligen Snoozes endlich auf. Jetzt ist ihre Zeit. Sie geht auffällig laut ins Bad und macht sich danach an ihrem Schrank zu schaffen. Rache für gestern nacht... Sie blättert mehrmals durch ihren Reiseführer, lässt ihn 2 mal fallen und reisst ein paar Seiten aus ihrem Block. Das kann nicht mehr unabsichtlich sein. Nur die, die letzte Nacht den Lärm verursacht hat, ist schon seit 1h weg. Es trifft also hier definitiv die Falschen. 
Und ich kann natürlich nicht mehr einschlafen. 
Dann kann ich auch frühstücken gehen. Und weil ich jetzt weiss, dass es hier einen Starbucks gibt, muss ich nicht 2 Tassen des Instant-Kaffees reinschütten sondern kann es bei der Aufwach-Tasse belassen. Alex geht es genauso 'gut' wie mir. :) Heute wollen wir eigentlich noch auf den St. Lucia Berg gehen und ich muss noch ein paar Sachen besorgen für die Osterinseln. Da ist alles superteuer, also lieber mal ein paar Kekse und kleine Dinge mitbringen. Vielleicht sogar Avocado und Toastbrot oder so. 

Lass es uns ruhig angehen und erstmal zu Starbucks! Wir sind beide hintendran mit dem Bloggen... Und ich will Kaffee!


So kann man einen Morgen auch verbringen. Ein bisschen müde sind wir ja schon noch, aber das gibt sich hoffentlich. Und bis heute abend können wir uns ja noch ausruhen. Ausserdem wissen wir ja nicht ob heute überhaupt wieder was los ist. 

Mit Niko schreib ich schon den ganzen Morgen. Er ist arbeiten und hundemüde. Maxi will heute mittag essen gehen, um 3. Das Ausmachen ist eine schwere Geburt. Wir gehen zu einem Asado. Das ist Fleisch, nur Fleisch! Alex lehnt dankend ab und lässt mich allein auf ihn warten. Wir treffen uns um halb fünf im Hostel wieder und gehen dann auf den Berg. Da muss Maxi ja sicher wieder in der Arbeit sein. 
Wenn ich das gewusst hätte...
Mit dem Auto fahren wir nicht in ein Restaurant, sondern zu Felipe nach Hause. Dort sind die meisten, die wir gestern schon gesehen haben, manche noch in denselben Klamotten. Es wird Bier getrunken, auf dem Balkon gegrillt und Salsa getanzt. Am Donnerstag nachmittag. Keiner scheint arbeiten zu müssen. 


Alicia, die holländische Studentin klärt mich auf. Seit sie die Jungs getroffen hat, ist ihr Leben eine einzige Party. Sie sind heute morgen um 10 direkt hierher und haben weiter gefeiert. 
Naja, das ist doch auch ein Leben. 
Maxi schreibt noch schnell ein Proposal zusammen und holt sich dann auch ein Bier. 


Wir gehen hier so schnell nicht mehr weg. Ich informiere Alex, die sich jetzt ein Loch in den Bauch ärgert. Sie sitzt allein im Hostel während ich hier schon wieder bei einer Party bin und tanze. 
Es ist ein Kommen und Gehen. Manche legen sich mal kurz hin zum schlafen, andere tanzen durch und meine Spanisch- sowie Salsa Kenntnisse machen nochmal einen ordentlichen Sprung nach vorne. 


Um 9 kommt Niko mit Alex... Bis elf essen und trinken wir hier weiter. Dann entschliessen wir uns, noch in einen Club zu gehen. 
Maxi fährt das Auto heim und wir nehmen ein Taxi zum Club Chocolate in dem wieder mehrere Bands auftreten. Den Sänger des heutigen Top Acts treffen wir vor dem Eingang und er sorgt dafür, dass wir für die Hälfte reinkommen. Auch nicht schlecht. Drin spielt schon eine Band. Die Jungs teilen sich einen Pisco Ginger Ale. Das scheint hier üblich zu sein. Die Bands sind wirklich cool!
Und danach wird getanzt... Salsa! Ich hab schon erwähnt, dass ich mit Turnschuhen im Club bin?

Was? Schon so spät? Ich muss bald zum Flughafen. Alle zusammen holen wir meine Sachen, die ich nur schnell reinstopfe in alle Taschen... Der eigentliche Plan, einzukaufen, zu packen und alles fertig zu haben, ist gründlich in die Hose gegangen, als ich zum Asado ja gesagt habe. :)
So ist das beim Reisen...

Bei den Jungs in der Wohnung packe ich während Niko Gitarre spielt... 

Was für eine geile Woche in Santiago! Wer hätte das gedacht!


Thursday, October 16, 2014

14. Oktober ein ruhiger Santiago Tag

Das mit dem länger Schlafen klappt leider nicht. Die Argentinierin, die sich mit mir diese Hälfte des Zimmers teilt und ich haben einen unterschiedlichen Rhythmus. Sie war gestern nacht schon im Bett und ich würde gerne nicht von 7:30-8:15 durch mehrmaliges Wecker snoozen immer wieder vom Einschlafen gehindert werden. Aber so ist das nun mal im Schlafsaal. Das sind die Schattenseiten vom Backpacken...
Beim Frühstück treffe ich die Brasilianer wieder. Sie schauen nicht so fit aus, im Gegenteil. Riesen Hangover. Selbst ihre Abfahrt in den Süden haben sie verschoben. Sie können noch in kein sich bewegendes Verkehrsmittel sitzen. :)
Eigentlich wollte ich mit Alex um 10 die kostenlose Stadtführung machen, aber sie muss sich um ihr Argentinien Visum kümmern. Wegen ihres temporären Passes kann sie nicht einfach einreisen. Wir verabreden uns für 1 zum Mittagessen. Das gibt mir noch Zeit für ein Nickerchen. :)
Zuerst muss ich aber die Wäsche wegbringen. Ich habe kaum noch was, vor allem keine T-Shirts mehr. Heute ist also ein Kleid-Tag mit Bikini Oberteil... Wer braucht schon so viele BHs? :)

Shoppen würde hier richtig Spass machen. Santiago ist ziemlich cool und ich könnte mir definitiv vorstellen hier länger zu bleiben...
Alex ist noch nicht wieder ganz fit von ihrer Magen-Darm-Geschichte. Trotzdem gehen wir in den Mercado Central, der genauso wie in Uruguay nicht der Markt ist, in dem man alles kaufen kann, sondern hauptsächlich aus Restaurants besteht. Hier gibt es wenigstens am Rand noch Fisch und Fleisch zu kaufen. 
In einem süssen kleinen Restaurant bestellen wir Ceviche - peruanisch. Das ist mit Beilagen: Salat, Mais, Kartoffel. Das klassische chilenische Ceviche hat nur Fisch. 
Die Tour um 3 verschieben wir auf morgen. Alex muss ein Busticket nach Argentinien vorweisen und ein Ticket wann sie das Land wieder verlässt. Das muss sie bis morgen organisieren, damit sie zum Notar gehen kann und sich das bestätigen lassen. Was für ein Aufwand! Und alles nur weil ihr der Rucksack gestohlen wurde. 
Über einen Strassenmarkt laufen wir zurück Richtung Hostel. Hier finde ich auf jeden Fall Ohrringe für Lisa. 

Typisch chilenisches Strassenessen

Ich gehe nochmal los und finde einen alten Bahnhof, wunderschön!!! Das Gebäude wird jetzt für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt. Wie cool!



Auf dem Strassenmarkt kaufe ich gross ein... Eigentlich will ich nur ein paar Erdbeeren, die mit ihrem Geruch selbst den Smog vertreiben. Aber unter 1.5kg verkauft mir der Typ nix. Also gehe ich weiter und kaufe schliesslich wirklich 1kg Erdbeeren, dann noch 1kg Avocado (1€), mit viel Überredungskunst nur 1 Gurke und beim dritten Händler bei dem ich bettele dann noch 4 Tomaten an Stelle von 2 kg. das Abendessen ist fertig! Naja, die Zutaten zumindest. 

Die Brasilianer sind noch da und wollen mit uns eine Runde Pool spielen. Das habe ich noch nie ernsthaft betrieben... Aber schauen wir mal. Im gemischten Team schaffen Alex und ich beide eine Kugel zu versenken und freuen uns tierisch. Das wird doch wieder ein lustiger Abend. :)





15.Oktober Santiago von oben und zu Fuss

Alex ist schon auf dem Weg zum Notar und zur Botschaft als ich zum frühstücken erscheine. Wir haben uns für die späte Tour um 3 verabredet. D.h. mir bleibt der ganze Morgen, um etwas anderes zu machen. Weil ich immer noch nicht sicher bin ob ich morgen nach Valparaiso fahre, will ich auf jeden Fall heute auf den grossen Berg mit der Aussicht und der Madonna. 
Es ist nicht so ganz klar, ob die Kabelbahn - keine Ahnung wie das auf Deutsch nochmal heisst - überhaupt fährt. Im Internet steht, dass sie ab August wieder gehen soll. Das werden wir gleich sehen und tatsächlich, sie geht. Für umgerechnet weniger als 3 Euro komme ich damit hoch und wieder runter. 
Um mich herum sind nur Brasilianer. Bin ich schon noch in Chile? Die Stadt scheint von ihnen genauso voll zu sein wie München von den Arabern. Mir persönlich macht das ja nichts aus. :)

Leider ist es ziemlich diesig, so dass man die wunderschöne Bergkulisse nicht wirklich sehen kann. Aber ansonsten ist der Ausblick schon ziemlich cool.

Hier oben gibt es eine riesen Freiluftkirche wie ein Amphitheater. Zwischen den einzelnen Sitzreihen, die steil nach unten gehen, stehen Blumenreihen mit vielen bunten Blüten. Das ist eine traumhafte Kulisse. Der Altar ist ganz unten und dahinter kommt die Stadt. Der Pfarrer schaut auf die schneeweisse Madonna, die auf dem Gipfel steht. 



In einer Blumenrabatte liegt eine Kamera. Hmmm, ich frage alle, die hier gerade posiert haben, ob sie ihnen gehört, aber keiner hat Interesse. Ich schaue ein paar Fotos an und versuche zu erkennen wem sie gehört, ansonsten gebe ich sie im kleinen Laden ab. Der Glatzkopf in den Bildern springt mit seinem Tablet eifrig rum und macht Bilder. Als ich ihm die Kamera unter die Nase halte, ist er total geschockt und bedankt sich überschwänglich. Er ist natürlich Brasilianer. :)
Das war meine gute Tat für heute und auch noch in einer Kirche.

Das ist wirklich ein besonderer Ort. Inmitten von Vogelgezwitscher, Gebeten und Musik, die ständig aus den Lautsprechern kommen, der Wahnsinns-Aussicht und den Brasilianern schreibe ich meine Chile Postkarten. Bisher hat es noch keine einzige nach Deutschland geschafft. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Land No. 5 auf dieser Reise, Check!

Ach übrigens... Ich werde auch ständig für eine Brasilianerin gehalten. Leider ist mein Portugiesisch nicht gut genug...

Bevor ich mich mit Alex zur kostenlosen Stadtführung treffe, finde ich noch ein süsses kleines Cafe. Das habe ich gebraucht. 
Die Tour ist superspannend und basiert auf Trinkgeld. Felipe studiert noch, ist ein echter Santiagoaner und weiss wirklich viel. Das hätte ich gleich am ersten Tag machen sollen. Man sieht doch so einige Ecken, die man gerne weiter auskundschaften würde. 

Um kurz vor 8 sind wir zurück im Hostel. Genau richtig, um uns noch fertig zu machen bevor Omar, Maxi und Niko uns abholen... im Audi!
Wir fahren ins Maestra Vida, in dem Salsa getanzt wird und später eine bekannte chilenische Band auftritt. Nicht, dass Alex und ich die kennen würden, aber wenn sie gut sind, passt das ja. 
Die Schlange geht schon fast den ganzen Block entlang und dabei hat der Club noch nicht mal auf. Wir parken gemütlich und haben natürlich schon jemand in der Schlange und zwar ganz vorne. :)
Wir werden immer mehr... Sehr cool!

Und als wir drin sind, wird schon getanzt. Die Chilenen verlieren wirklich keine Zeit. 


Die Band fängt um 12 an und ist wirklich gut. Alle sind jetzt in der Hälfte vom Club, wo man sie auch sehen kann.


Ein paar von uns enden in einer Karaoke Bar, in der zwar nicht mehr viel los ist, aber wen interessiert das nach ein paar Pisco Sour schon?




Tuesday, October 14, 2014

13. Oktober die Zigaretten sind schuld

Um 6 wache ich auf. Alle frühstücken schon und ich bekomme tatsächlich nichts mehr weil wir schon zu nahe an Mendoza sind und die "nette" Begleitdame lieber schon alles aufräumt.  Mendoza am Morgen ist ein wenig trostlos. Heute ist auch noch ein Feiertag. Das Terminal ist riesig und an jeder Ecke bietet jemand Kaffee an. Darauf komme ich sofort zurück. Erst einmal muss ich wissen, wo ungefähr mein Bus nach Santiago in 25 min abfährt. 
Mit Wasser, Alfajor und Kaugummi eingedeckt, kann ich jetzt auch einen Kaffee kaufen. Mit Milch bitte. Aber gern... Vom Zucker hatte ich nichts gesagt, der ist aber automatisch drin wie mir scheint. Ich marschiere zum Bus und werde aus Versehen von einem Teenager in eine Deodoranthülle eingewickelt. Er meint es wirklich gut. 
Das Beladen des Busses geht unglaublich langsam. Keiner weiss so genau, was das Problem ist. Vielleicht sollten einfach alle Angehörigen, die nicht reisen, aus dem Weg gehen. Endlich sitze ich wieder. Der Rasta-Mann neben mir fängt sofort ein Gespräch an, aber um halb acht ist er da bei mir an der Falschen. Das merkt er zum Glück schnell und lässt mich in Ruhe. 
Wir fahren an vielen Weinfeldern - heisst das so, wenn sie nicht an einem Berg liegen? - vorbei immer in Richtung der Anden. 
Der Rasta-Mann nestelt die ganze Zeit in seinen drei Rucksäcken rum und verteilt dann an die Jüngeren um uns herum jeweils ein paar Schachteln Zigaretten. Er hat anscheinend mehr dabei als erlaubt. Er versucht auch nochmal mit mir ein Gespräch anzufangen, aber ich ziehe es vor, nichts zu verstehen weil ich sicher keine Zigaretten für ihn über die Grenze trage. Eine gute Entscheidung wie sich noch rausstellen wird. 
Als wir in die Anden reinfahren, kann ich nur noch aus dem Fenster schauen. Das ist eine Alpenüberquerung x10 im Quadrat. Der Brenner kann einpacken und auch jeder Pass zu Hause. Das hier ist wirklich spektakulär. 




Ich weiss, ich habe dieses Wort in den letzten Wochen oft benutzt, aber mir fällt schon nichts anderes mehr ein. Das ist hier wirklich einzigartig.
Vorbei an einem Strassenstand mit dem witzigen Namen Mc Patio mit einem geklauten Mc Donald's Schild fahren wir immer weiter nach oben. Auf fast 4000m geht es wieder bergab. Die Grenze zu Chile ist auf 3600m. 


Hier verbringen wir nun die nächsten 3 3/4 Stunden. Eine riesen Schlange aus Autos, LKWs und vor allem Bussen steht ca. 1km vor dem enormen Grenzgebäude von Chile. Wo war denn das Grenzgebäude von Argentinien? Ich brauche doch einen Ausreisestempel. Wird schon klappen. Aber das soll unser geringstes Problem sein. Wir stehen. 
Ein paar steigen aus und machen Fotos. Gute Idee. Ich geh auch gleich noch aufs Klo... Alles ist besser als das im Bus. An dieser Stelle muss ich Argentinien ein riesen Lob aussprechen. Auch wenn die meisten Klospülungen immer getropft haben, oder komplett durchgelaufen sind, ich habe nicht ein einziges Mal ein dreckiges Klo gesehen. Im Gegenteil, in Salta im Busbahnhof hat es besser gerochen als auf jedem Flughafenklo dieser Welt!

Zurück nach Portillo in den Anden... Es hat sich nichts bewegt, also kaufe ich mir auch noch etwas zu essen. Irgendwie habe ich es geschafft, kein Früstück und eigentlich ja auch schon kein Abendessen zu haben. Mein Plan, jetzt wieder regelmässig und auch etwas Gutes zu essen, ist schon wieder dahin. 
Ich kaufe mir ein chilenisches Empanada, das ungefähr so gross ist wie 3 argentinische. Irgendwie bin ich schon wieder ausser Atem. Ah, die Höhe!
Langsam bewegt sich was und 1h nachdem wir in der Schlange angekommen sind, dürfen wir aussteigen und zur Grenzkontrolle laufen. Argentinien und Chile sind direkt nebeneinander, teilen sich Computer und Lesegeräte. Sehr nachbarschaftlich. Während ich anstehe, fällt mir ein, dass ich noch einen Apfel im grossen Rucksack habe. Sh.... Ich spreche einen der beiden Busfahrer an, er winkt ab und meint, das machen wir nach den Stempeln, da müssen wir das Gepäck ohnehin ausladen. Ok. Ich bin beruhigt. Meine letzten argentinischen Pesos tausche ich in chilenische um und bin plötzlich reich. Der Umrechnungskurs zum Euro is 1:770. 
Wir müssen lange auf den Bus warten, der in der Halle von chilenischen Grenzbeamten entladen wird. Ich versuche ihnen zu erklären, dass ich noch einen Apfel in den Mülleimer werfen muss und sie sagen immer wieder, dass ich ihn hätte deklarieren müssen. Das verstehe ich nicht und so warte ich geduldig 3 volle Gepäckwagen ab bis mein Rucksack entladen wird. Den nehme ich dann und packe den Apfel aus. Der nette Grenzbeamte schmunzelt und wirft ihn in eine Tonne. Ich verstehe ja grundsätzlich nicht, warum man die nicht einführen darf, aber ich halte mich natürlich dran und packe meine Rucksack zu den anderen unzähligen Koffern. Jetzt stehen wir alle da und keiner weiss so richtig was passiert. Von Paraguay nach Argentinien musste jeder seine Sachen selbst durch den Zoll tragen. Hier ist das nicht so. Alles wird von den Beamten selbst gemacht. Nach dem 2. Gepäckwagen stoppt alles. Ein paar Leute laufen vor und schauen sich den Koffer an, der alles zum Erliegen gebracht hat. Anscheinend haben sie etwas gefunden und müssen jetzt nur wissen, wem es gehört. Das sollte ja einfach sein. Wir haben schliesslich alle kleine Zettel für unsere Gepäckstücke bekommen. Aber da habe ich wohl zu Deutsch gedacht. Wir stehen rum, immer wieder läuft jemand vor und schaut sich an, ob es sein Koffer ist. Der Besitzer wird nicht gefunden. Das geht ca. 30 min so. Ein Hund läuft mit einem Beamten durch, findet auch nichts... Nichts geht mehr. Wir sind jetzt der einzige Bus in der Halle. Es werden immer mehr Zollbeamte. Ein sehr korpulenter Mann aus unserem Bus, der mit einem Haufen Jugendlicher unterwegs ist, rennt ständig hin und her, keiner weiss, was jetzt geschieht. Ich packe mein iPad aus und fange zu lesen an. Plötzlich starrt mich ein Zollbeamter an, zeigt auf mich und will, dass ich mitkomme. Ich schaue hinter mich um sicherzustellen, dass er mich meint, aber alle um mich herum sind sich einig. Mir rutscht das Herz in die Hose!
Der Beamte geht mit mir um die Ecke und fragt mich in sehr nettem Ton etwas das ich nicht wirklich verstehe. Er wiederholt die Frage, irgendwas mit Zigaretten. Ich versichere ihm, dass ich keine habe. Das glaubt er mir sofort und stellt noch ein paar andere Fragen, ob mich jemand gefragt hat, ob ich für ihn Zigaretten mitnehme. Ich verneine. Er fragt, ob mir etwas im Zusammenhang mit Zigaretten aufgefallen ist. Sh... Jetzt bin ich in der Zwickmühle. Rasta-Mann!
Ich entscheide mich für die Wahrheit und erkläre ihm, dass der Mann mit den langen, dicken Haaren im Bus viele Zigaretten hatte. Er sagt, dass er genau weiss, wen ich meine. Gracias, thank you und ich bin entlassen. So eine Sch... Ich hoffe, der rennt jetzt nicht gleich auf ihn zu. Aber ich hoffe auch, dass wir nach mehr als 2.5h endlich weiterkommen. 
Es vergeht eine Weile und die Frau hinter mir fragt, was der Beamte von mir wollte. Ich erzähle nur vom ersten Teil des Gesprächs als es um "meine" Zigaretten ging. Sie klärt mich auf. In der Tasche um die es geht, wurden 15 Stangen Zigaretten gefunden und keiner will jetzt der Besitzer sein. Sie vermuten, dass hier jemand im grösseren Stil Zigaretten schmuggelt und auch den Passagieren noch welche gegeben hat. Hmmmm....
Während wir noch diskutieren, kommt mein Zollbeamter mit einem langhaarigen Mann und befragt mit ihm an seiner Seite Fahrgäste, ob er ihnen Zigaretten gegeben hat. Ich versuche Blickkontakt aufzunehmen, um ihm anzudeuten, dass das ein Anderer ist, aber das klappt nicht. Das ganze dauert nochmal 1h. Am Ende werden alle unsere Handtaschen und Plastiktüten auch noch gescannt und wir können wieder einsteigen. Ich frage den Busfahrer ob die Person gefasst ist, und er sagt ja. Dann steigt Rasta-Mann wieder ein, regt sich ein bisschen auf und setzt sich hin. Ich frage den Kerl hinter mir, was mit der Person passiert ist - es könnte sich ja immer noch um jemand anders gehandelt haben - und er erklärt mir, dass da nichts passiert. Die haben ihn verwarnt, ihm die Zigaretten weggenommen und das war's. Unglaublich!!! Und dafür stehen wir hier 3:45h!

Nun bin ich endgültig raus aus Argentinien. Der Zollbeamte hatte auch schon geschmunzelt über das ständige Rein und Raus. 10 Stempel habe ich von ihnen jetzt im Pass. 

Lange Zeit darüber nachzudenken, habe ich nicht. Wir schlängeln uns einen Pass hinunter. Erst nach ein paar Kurven sehe ich wie beeindruckend der wirklich ist!


So geht das jetzt eine ganze Weile. Wir müssen schliesslich wieder nach unten kommen... Die Wasserflasche zieht sich zusammen. Meine Ohren tun weh. Ja, wir verlieren wahnsinnig schnell an Höhe. 
Bis nach Santiago sind es jetzt noch knapp 2h...

Am Busterminal ist es wahnsinnig heiss. Meine rechte Seite ist von der ständig blasenden Klimaanlage noch wie gelähmt. Und hier geht jetzt der grosse Streit ums Gepäck los. Fast noch schlimmer als am Flughafen drängelt sich hier jeder vor. Die Entlader brüllen die Nummern und eigentlich sieht man ja schon ziemlich gut, wann man mit seinem Gepäckstück rechnen kann. Unglaublich. Und jetzt kommt neben uns auch noch ein Bus. Das heisst, die Gasse wird auf 1m verschmälert. Man sollt glauben, dass die Leute auf die Seite gehen wenn ein Monstrum wie ein Doppeldecker auf sie zukommt, dem ist aber nicht so. Der Bus kann kaum einparken. Von weitem sehe ich meinen Rucksack und reiche meine Nummer über 5 Leute nach vorne, die den Rucksack dann umständlich zu mir bugsieren. Das hätte einfacher sein können :)

Ich bin zurück in der Zivilisation was Geld betrifft und kann einfach mal schnell 80.000 Pesos abheben. So viel einfacher als die Suche nach einem schattigen Eck mit einem Kerl mit Geldbündel. 
So, jetzt zur U-Bahn. Auch das klappt nachdem ich es kapiert habe, dass ich an der Station Universität von Santiago stehe und nicht beim Hostel an der Station Universität Chile. 
Die Frau neben mir küsst dauernd ihren Pudel, der ein Kleid anhat und in einer Tragetasche um sie hängt. Mmmhh, lecker. 
Aber ich fühle mich wohl hier. Die Leute haben freundliche Gesichter und nach den letzten paar Tagen bin ich froh, viel Leben um mich herum zu haben. 

Im Hostel werde ich superfreundlich empfangen und treffe im Zimmer auf Alex, eine Engländerin, die die letzten paar Tage auch krank war und erst so langsam aufsteht. 
Wir schauen mal was auf der Dachterrasse los ist... Und so nimmt das Schicksal für den Rest des Abends seinen Lauf. :)
Auf der Dachterrasse sind ein paar Brasilianer und ein Ami. Und es werden immer mehr. Ein paar Chilenos kommen dazu und es gibt viel, viel Bier :)
Erstmal was essen. Wir hauen schnell ab und als Vegetarierin bleiben Alex nicht viele Optionen. Wir enden bei Subway... Einmal geht das schon. 
Eine nicht ganz warme Nacht, eine Dachterrasse, ein Haufen Backpacker und ein paar Einheimische, von denen einer SAP Consultant ist... Was will man mehr? 
Von bemalten Armen und Einhornmasken rede ich lieber nicht. :)

Hallo Chile! Bisher gefällst du mir!