Thursday, October 31, 2013

31. Oktober Inka Trail Tag 1

Mit einem sehr schlechten Gefuehl steige ich um 4:05 ins Taxi. Am Treffpunkt steht schon Ben, der genauso bleich ist wie ich. Er erzaehlt uns, dass er vorher schon krank war und jetzt Angst hat, dass er den Weg nicht schafft. Da sind wir schon zu zweit.

Alle ausser den beiden Kanadierinnen - die auch gestern schon 30 min zu soaet waren - ist puenktlich. Wir haben auch ein paar Porters im Bus, die unsere Sachen in den naechsten 4 Tagen tragen werden. 2h sind wir jetzt im Bus bevor wir in Ollantaybambo fruehstuecken. Das Restaurant hat keine Waende und es ist saukalt. Weil es die ganze Nacht geregnet hat, ist alles feucht und ich fuehle mich immer noch schlecht, mir ist nicht wohl und ich bin nicht bereit fuer die 4Tages-Wanderung. Meine Tischnachbarn versuchen mich zum Essen zu ueberreden, damit ich Energie bekommen, aber ich will nur eins: zurueck nach Cuzco. Wir gehen zu Ruben und Arzu erklaert ihm, dass wir uns nicht sicher sind, ob wir das schaffen. Er versteht uns und versucht uns zu erklaeren, dass alle das schaffen und wir uns keine Sorgen machen sollen. Wir sollen es versuchen. Bis zum 2. Tag kann man ein Pferd oder einen Esel mieten, die einen zurueckbringen. Danach tragen einen die Porter wenn es nicht mehr geht. Jetzt denke ich, dass es zumindest ein Versuch wert ist. Ich kaufe eine Banane, um fuer spaeter doch noch etwas zu haben. Die letzten 20 min im Bus. Alle machen sich am km82 bereit, wir sind die erste Gruppe, die ankommt. Die Porter packen ihre Tasche. Wir bekommen eine grosse Plane, auf der wir auch unsere Rucksaecke ablegen koennen, waehrend wir die letzten Sachen von den Frauen hier kaufen.
Und los geht's. Ich sehe das Schild und wir fangen die Wanderung mit einem Gruppenfoto an.

Jetzt gibt es kein Zurueck mehr. Es ist immer noch kalt und bewoelkt. Bevor ich es richtig bemerke, stempelt Carlos meinen Pass am ersten Checkpoint. Ich bin auf den Inka Trail. Jetzt kann ich meine Selbstachtung nur dadurch wahren, dass ich ihn zu Ende mache und am Machu Picchu rauskomme. Ich fuehle mich immer noch nicht wohl, entscheide mich aber, das wegzulaufen.

Wir fangen langsam an und machen auf dem Weg einige Pausen. Bisher geht alles gut. Als wir bei der ersten grossen Inka Ruine anhalten, bin ich voll dabei und will es durchziehen. Die Ruine ist der Wahnsinn und Ruben erklaert, warum sie hier gebaut wurde, was die unterschiedlichen Gebaeude bedeuten und dass man die Form einer Schlange am Rande erkennen kann. 

Bis zum Mittagessen haben wir schon die Haelfte unseres Tagesziels erreicht und so schlimm war es gar nicht. Wir werden mit Schuesseln zum Gesicht und Haende waschen begruesst. Das ist dringend noetig, denn obwohl es noch gar nicht richtig bergauf ging, schwitzen wir schon alle in der Sonne. 
Wir erwarten alle nicht viel aus dem Kuechenzelt und sind deshalb extrem ueberrascht, als wir kleine Untertassen mit Guacamole, geriebenem Kaese und einem Nacho bekommen. Wow! Und so geht es weiter. Wir essen superleckere Suppe, Fisch mit Gemuese und Reis und etwas fuer die Vegetarier und am Ende gibt es Pfefferminztee aus den Anden zu unserer Siesta. Es ist schon erstaunlich, was so eine Transportkueche alles hervorzaubern kann.

Wir laufen weiter und werden bald von den 22 Porters mit all unseren Sachen ueberholt. Jeder von ihnen traegt bis zu 25kg auf seinem Ruecken, denselben Weg, den wir auch gehen. Sie tragen Zelte, unsere Sachen, Essen, die Kochutensilien,... Nur das Wasser kommt aus den Bergen und wird gefiltert und abgekocht wenn wir irgendwo halten.

Auf dem Weg kommen wir an unglaublichen Bergszenen vorbei, die eine Kamera niemals wirklich fassen koennte. Nach dem Mittagessen gehen wir bergauf und es wird anstrengender. Aber mit dem guten Mittagessen im Magen geht's mir gut.
Die Gruppe teilt sich in zwei Teile, die Schnellen und die Langsamen. Ich stelle fest, dass ich zu langsam fuer die Schnellen bin und zu schnell fuer die Langsamen und so laufe ich alleine.


Als wir auf dem Campingplatz ankommen, bin ich ueberrascht. Er ist wunderschoen gelegen mit einem tollen Blick ins Tal, das wir gerade hochgekommen sind. Wir bekommen heisses Wasser und ein Handtuch, mit dem wir uns waschen koennen. Das ist bitter noetig und ich tauche auch meine Fuesse ein. :) Die Zelte sind schon aufgebaut, unsere Taschen warten auf uns.
Vor der Happy Hour steht jeder im Kreis und wir bemerken, dass fast alle von uns Llama Socken und Flipflops anhaben. Es schaut superlustig aus und das werden wir wohl nun jeden Abend sehen.
Happy Hour heisst Tee, Milo (Kaba) oder Kaffee mit Keksen und Popcorn. So gehoert sich das am Ende eines langen Tages.
Von der Happy Hour gehen wir nahtlos zum Abendessen ueber und von da an direkt ins Bett. Alle sind todmuede vom Aufstehen mitten in der Nacht und um 8 ist alles ruhig, wirklich!

Was fuer ein guter erster Tag, wenn man bedenkt, wie er begonnen hat.

Wednesday, October 30, 2013

30. Oktober - Inka Trail Vorbereitungen

Ich wache von Nagellackgeruch auf. Es ist 7Uhr morgens und Lady Arzu hat einen Schoenheitssalon in ihrem Bett eroeffnet, in dem sie ihre Naegel lackiert. Ja, ihr lest richtig!

Ich schlafe nochmal ein und wir gehen wieder erst um 10 in Richtung Jack's Cafe. Es ist wirklich nett hier, tolle Atmosphaere und guter Kaffee und obwohl ich heute weiss, dass es auch Starbucks gibt, ist das der nettere Ort fuer ein Fruehstueck.
Fuer mich heisst Fruehstueck entweder Eier, Tost mit Marmelade, Muesli, French Tost, Pancakes,... Bei Arzu sieht das anders aus. Sie will Kaese, Tomaten, Gurken und heute morgen ein Steak Sandwich mit Pommes und Pfefferminz-Zitronenlimonade. Als wir unsere kulturellen Differenzen erkannt und uns darueber amuesiert haben, gehen wir ins Llamapath Buero, um den Rest unseres Trips zu zahlen, fuer Arzu einen Schlafsack zu mieten, Gehstoecke und bequemere Matratzen. Jetzt ist das ganze in Equador muehevoll zusammengesammelte Bargeld weg, was aber vielleicht nicht das Schlechteste ist, weil hier alle Bankautomaten funktionieren und ich in den USA auch kein Bargeld brauche.
In der kleinen Broschuere, die wir bekommen, sind alle Details zum Inka Trail und wir sind ein wenig geschockt, als wir sehen, dass wir an einem Tag ueber 1000m Hoehendifferenz nach oben haben werden. Was haben wir uns dabei gedacht? Wir sind keine Wanderer und denken, dass wir das meistern koennen?
Keiner von uns gibt das aber vor dem anderen zu und so arbeiten wir unsere Einkaufsliste ab, kaufen Snacks, Magnesium, Regenponchos, Koka-Bonbons, Baby-Tuecher, Deo,...


Zum Mittagessen sitzen wir auf einem schoenen Balkon und natuerlich kann der Nachmittag nicht ohne einen Starbucks Besuch enden sowie ein bisschen mehr Shopping und einer neuen Jacke fuer mich. Delta hat meine offensichtlich nie gefunden.
Dann entscheide ich mich, die schoene Tasche, die ich gesehen habe, muss in meine Sammlung - kann man einen Taschen- an Stelle eines Schuhticks haben? - und wir gehen zurueck. Zum Glueck nimmt er auch Euro und wir sparen uns eine erneute Tauschorgie.
Hunger haben wir noch keinen, also gehen wir so ins Hotel, um unsere Taschen, die wir von Llamapath fuer die Porter zum Tragen bekommen haben, zu packen.

Und hier beginnt die riesen Sauerei. Ich entscheide, alles schon Flugzeugfertig zu packen, vor allem die Souvenirs, die ich nicht nach Hause geschickt habe. Also packe ich wirklich alles aus, putze meinen Rucksack vom bolivianischen Staub und fange ganz von vorne an.
Arzu macht dasselbe und so ist es 10 bis wir mit allem fertig sind, inkl. der letzten Dusche fuer die naechsten Tage und wir machen das Licht aus, um zu schlafen. Ich hoere, wie Arzu einschlaeft, aber ich bin hellwach. Schlecht. Ich sollte schlafen, also schaue ich Serien auf meinem Ipod und hoffe, dass ich wegdoese. Das funktioniert aber nicht und ich mache mir mehr und mehr Sorgen, dass eine 4 Tageswanderung in dieser Hoehe fuer unerfshrene Wanderer wie uns keine gute Idee ist.
Es wird spaeter und spaeter und je mehr ich Arzu beim Schlafen zusehe, umso aengstlicher werde ich bis ich eine kleine Panikattacke habe. Ich sitze im Bett, atme schwer, mein Herz schlaegt sehr schnell. Ich kann nicht mehr atmen, mir wird schwindelig und ich weiss nicht, was ich machen soll. So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich versuche daran zu denken, dass das nur 45km in 4 Tagen sind, was ja ueberhaupt nicht schlimm ist. Langsam werde ich ruhiger und versuche zu schlafen. 11:50pm, 01:30am, 2:15am, ich bin immer noch wach und mein Herz faengt wieder an, sehr schnell zu schlagen. Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass ich Geschichten von anderen lese, die den Inka Trail nicht geschafft haben und finde einen Blog von einem Maedel, die auch dachte sie schafft das nicht. Aber hat sie auch in der Nacht vor dem ersten Tag nicht geschlafen? Ich habe Hunger und fuehle mich schwach. Ich habe keine Energie und schaffe es nicht mal aufzustehen. So werde ich das nie schaffen und ich denke darueber nach wie ich das Allen erklaeren kann, dass ich nicht mitkomme. Ich frage mich ob Arzu trotzdem gehen wird und hoffe ja. Sie sollte nicht wegen mir in Cusco bleiben.
Um 3:30am klingelt der Wecker und Arzu wacht auf. Sie sieht mich im Bett sitzen, schwer atmend und ihr sagend, dass ich nicht mitkomme. Ich habe ein sehr starkes Gefuehl, dass ich nicht mitkann und es nicht schaffen werde. Sie befiehlt mir die letzten Dinge zu packen und zumindest mit zum Bus zu kommen und mit dem Tourguide zu reden. Mein Herz schlaegt superschnell und als ich aus dem Bad komme, muss ich mich setzen, ich kann nicht atmen und will wirklich nicht mit.
Von meiner naechtlichen Recherche weiss ich, dass man in den ersten beiden Tagen noch mit dem Pferd wieder zurueckgebracht werden kann wenn man sich den Fuss verdreht oder wirklich nicht weiterkann. Mit diesem Hintergrundwissen und Arzu's Motivationsrede bin ich zumindest bereit mit zum Bus zu kommen.

Tuesday, October 29, 2013

29. Oktober Cusco

Die Nacht im Bus war ok, aber wir sind komplett durch den Wind um 4:50 am als wir in Cusco ankommen. Es warten schon viele auf genau solche wie uns und bieten uns Taxis, eine Unterkunft und alles andere. Wir gehen erstmal in eine Ecke und sammeln uns. Da kommt auch schon eine Frau mit einem Angebot fuer eine Unterkunft, die ok aussieht und wir nehmen dankend an. Sie besorgt uns ein Taxi und wir fahren hin, bekommen sofort ein Zimmer, den Wifi Code und schon liegen wir im Bett. 

Um 10 machen wir uns Richtung Stadtmitte auf zum Fruehstueck. Arzu hat auf Foursquare ein tolles Cafe gefunden, also sind wir auf der Suche danach. Sie haben richtigen Cappuccino, frischen O-Saft (wobei das hier ja alle haben) und French Toast, ich bin jetzt schon verliebt in dieses suesse, kleine Cafe.
Als wir nach einer Weile hier wieder rauskommen und den Plaza de Las Armas suchen, sehe ich in einer kleinen Gasse einen Mann mit einem Starbucks Becher um die Ecke biegen. Bevor er weiss, wie ihm geschieht, habe ich ihn alleine umzingelt und mache ihm klar, dass ich ihn erst weitergehen lasse, wenn er mir sagt, wo er diesen Becher herhat. Er ist geschockt, aber sehr hilfsbereit und unterstuetzt mich in meiner Sucht. :) Jetzt ist die Stadt noch toller!

Bevor wir jedoch schon den naechsten Kaffee trinken, schauen wir uns ein wenig um. In Cusco gibt es unheimlich viele Kirchen und viele kleine Gassen, in denen du dich leicht verlaufen kannst. Zum Glueck enden sie alle in wunderschoenen Plaetzen, damit man die Orientierung auch wieder findet. 
Cusco ist eine echt schoene Stadt. Das ist das erste Mal seit Cuenca in Ecuador, dass ich das Gefuehl habe, hier koennte ich laenger bleiben.



Nach unseren Lattes im Starbucks starten wir die Shopping Tour. Obwohl es alles gleich aussieht wie die Dinge, die in Bolivien und Ecuador angeboten werden, kann ich mich an den bunten Maerkten einfach nicht satt sehen. Es gibt immer wieder etwas Neues zu sehen und bewundern. Der Mercado Central ist hier anders als ich ihn kenne. Die Mischung aus Touristen-Artesania, Obst, Gemuese, Fleisch und Brot in den Gaengen ist einzigartig. In die Brote sind kleine Keramikfiguren eingebacken. Warum das so ist, kann ich nicht rauskriegen.
Als wir rauskommen, regnet es und wir muessen 20 min warten bevor wir unsere Entdeckungsreise wieder aufnehmen koennen. Wenn die Sonne weg ist, merkt man die Hoehe. Es wird sofort kalt. Wir fragen uns wie kalt es wohl auf dem Inca- Trail wird, aber eigentlich machen wir uns darueber noch keine Gedanken.
Zum Mittagessen gibts Salat. Gefiltertes Wasser zum Waschen macht es moeglich und er schmeckt toll!


Wir leben in den Tag hinein und relaxen, bringen die Einkaeufe ins Hostal, schlafen einw enig und machen uns fertig, um auszugehen. Wir suchen einen Club mit Live Musik, Arzu macht sich sogar schick, ich ziehe meine Jeans und mein schoenstes T-Shirt an und gehen im Club vorbei bevor wir uns etwas zu essen suchen. Noch ist nichts los. 
Doch dann nimmt der Abend einen unerwarteten Lauf. 
Wir gehen in das Restaurant neben dem Club, in dem es Pizza, Peruanisches und Mexikanisches Essen gibt. In 1h sollten wir fertig sein... Tja, nein!
Wir setzen uns, warten eine geraume Zeit auf die Karte und als wir endlich bestellen koennen, fangen die Australier vom Nebentisch an mit uns zu reden und erzaehlen wie lange sie schon auf ihr Essen warten. Das Restaurant ist nicht sehr voll, also sollte es nicht so lange dauern, hoffen wir.
Wir reden eine Weile mit ihnen und die 2 Frauen, die dabei sind, gehen, bevor das Essen kommt. Genau 1h nach ihrer Bestellung bekommen sie ihr Essen und beeilen sich weil sie morgen frueh auf den Inka Trail gehen.
Wir warten 1.5h und sogar die Jungs, die nach uns gekommen sind, haben schon gegessen. Ich gehe nach vorne und sage ihnen, dass ich das Essen nicht mehr will. Wir bekommen noch Arzu's Suppe und meine Guacamole. Das ist also unser Abendessen... Danach sind wir beide so stinkig und muede, dass wir nach Hause gehen. So haben wir uns den Abend nicht vorgestellt.

28. Oktober Isla del Sol und der Weg nach Peru!

Schon wieder muessen wir frueh aufstehen. Dieser Urlaub ist wirklich keine Erholung, aber so wollten wir es. Als wir im Boot zur Isla del Sol sitzen, es nach Benzin stinkt und auch noch stark zu regnen anfaengt, wuensche ich mir, wir waeren im superweichen Bett geblieben und haetten den Tag zum Erholen genutzt. 2h Frieren und Schal vors Gesicht halten spaeter, kommen wir auf der Nordseite der Insel an. Ausser dem 3h langen Wanderweg zur Suedseite scheint es nicht viel zu geben hier und wir suchen erstmal ein Cafe fuer unseren ersten Kaffee des Tages. Ohne den kommen wir beide nicht in Schwung. Leider ist es auch in dem Restaurant so kalt, dass unsere schlechte Laune nicht besser wird. Zum Glueck kommt wenigstens ein bisschen die Sonne raus und es wird gleich waermer. 
Wir suchen das Goldmuseum und enden in einem Raum mit ein paar Schaukaesten. Von Gold ist nichts zu sehen und in 2 min sind wir durch. Wir beschliessen ein wenig rumzuwandern, aber das erste Lama, das sich uns in den Weg stellt, erschreckt Arzu so, dass sie nicht weiterlaufen will. Wir legen uns am "Strand" auf eine Holzsteg und lassen uns von der Sonne waermen.
Ich bin uebrigens heute wieder eine Kanadierin :) die Deutschen, die mit uns auf dem Boot waren (uebrigens aus meiner Heimatstadt Ulm) sind so peinlich, dass ich mich nicht auch als Deutsche zu erkennen geben kann.
Nach 3h gehen wir an freilaufenden Schweinen vorbei zurueck zum Boot und fahren auf die Suedseite der Insel. Hier zahlen wir 5Bs um in einen Restaurant mit wunderschoenen Ausblick mittag zu essen.
Die Rueckfahrt ist ewig lang und trotzdem kommen wir puenktlich um 5 wieder im Hafen an. Wir holen die Waesche - oh Wunder, sie ist trocken - shoppen noch ein wenig, essen Lemon Pie in einem Restaurant, in dem der Kellner so langsam ist, dass wir fast gehen muessen bevor der Kuchen mit dem Kaffee kommt. Arzu flippt beim zahlen fast aus. Wenn wir 110 bezahlen muessen und ihm 120 geben, braucht er einen Taschenrechner und weiss noch nicht mal, was er eingeben muss.

Wir schnaufen hoch zum Hotel, holen unsere Sachen und warten dann noch ewig am Bus (@Papa, Mercedes Benz) bis wir in unsere First Class Sitze sinken duerfen. Das ist schon ziemlich nobel und die extra 2 Eur haben sich gelohnt. 
Nach 15 min Fahrt muessen wir an der Grenze aussteigen und uns den Ausgangsstempel in Bolivien holen. Erinnerungen an die Grenzuebergaenge in Afrika werden wach. :)
Dann laufen wir ueber den Fluss nach Peru, nicht ohne ein Foto zu machen am riesen Schild. :)
Zweimal laufen wir fast in die falsche Tuer und die Busbegleiterin ist schon ein wenig genervt. 

Der Bus faehrt 3h bis Puno und das ohne Heizung. Es regnet zu den Fe stern rein und ich bin froh, dass ich doch noch den Schlafsack geholt habe. Wir frieren uns zu Tode.
In Puno haben wir 1.5h Aufenthalt und muessen aussteigen. Im Busbahnhof ist es saukalt, alle Tueren sind auf. Trotzdem sehen wir einen Haufen Touristen in Sandalen und Flipflops. Nur weil sie im Urlaub sind, heisst das doch nicht, dass sie bei 3Grad rumlaufen muessen, als kaemen sie frad vom Strand. 
Wir frieren uns durch den Aufenthalt. Im Klo ist an die Wand gespraytm dass es nicht erlaubt ist seine Haare, Achseln oder Fuesse zu waschen. Haeh?
Als wir endlich wieder einsteigen duerfen, wird auch die Heizung angemacht und dank der Heizung und der guten Strassen in Peru, schlafen wir sogar.


27. Oktober Von Uyuni nach Copacabana

Zumindest ein Taxi ist da als wir um 5:40 vor die Tuer kommen. Ein letztes Mal durch die staubigen Strassen von Uyuni und wir sind puenktlich zum Sonnenaufgang am Flughafen, der genau 1 Gate hat. Obwohl wir schon eingecheckt sind und nur 5 Leute vor uns ihr Gepaeck aufgeben, stehen wir noch ueber eine halbe Stunde in der Schlange. 
Die Sicherheitskontrolle hat zwar einen Bogen zum Durchgehen, aber kein Roentgengeraet. Es werden also alle Handgepaeckstuecke aufgemacht und direkt angeschaut. Im unbeheizten Warteraum steht ein Heizpilz, der bei den Letten, die auch warten, sehr beliebt ist.
Arzu und ich fruehstuecken erstmal... Pringles und ein Twix, mehr gibt es hoffentlich wenn wir in La Paz sind.
Die Amaszonas Air Maschine schaut gut aus und wir sind positiv ueberrascht. Auch der Flug ist angenehm mit einer Wahnsinns-Aussicht auf die Salzwueste. Da hat uns die Frau gestern Sitze auf der richtigen Seite besorgt. :)
In La Paz regnet es und wir haben die Hoffnung, dass der Gestank dann weniger ist. Fehlanzeige. Es stinkt genauso wie immer. Im Busterminal muessen wir feststellen, dass die Copacabana Busse am Friedhof losfahren und wir brauchen nochmal ein Taxi. Hier trifft die Bezeichnung Auto schon fast nicht mehr zu. Das Getriebe kann nur noch in 2 Gaengen fahren wobei der 1. Geraeusche macht, die einen aussteigen lassen wollen. Und dank des Teppichs mit den Bommeln, der hier in jedem Auto ueber dem Armaturenbrett haengt, sieht man ueberhaupt nichts, aber ich nehme an, dass wie in den meisten anderen Autos die Anzeigen ohnehin nicht gehen.
Gerade so schaffen wir es zum Friedhof und haben einen Bus, der in 20 min abfaehrt. Wieder schaffen wir es nicht, uns Fruehstueck zu besorgen und so gibt es mehr. Kekse und Wasser. Der Bus ist fuer die Bolivianer und kein Tourifahrzeug. D.h. es gibt keine Heizung. Als wir das realisieren, gehe ich nochmal raus und hole aus dem Rucksack meinen Schlafsack. Anders ueberleben wir die Fahrt nicht. Die Bolivianer lieben naemlich auch noch die "frische" Luft, die durch die Fenster reinkommt, die sie sperrangelweit auf lassen obwohl es nur 7 Grad hat und reinregnet. Eingemummelt mit Muetze und "Schlafsackdecke" brauche wir jetzt 2h bis wir aus La Paz draussen sind. Es scheint als ob hier innerhalb der grossen Stadt viele kleine Viertel sind, die alle ihre eigenen Maerkte und ihr eigenes Leben haben.

An mehreren Stellen laden wir noch Leute und Gepaeck zu. Der Berg, der La Paz ueberschattet, hat frischen Schnee und sieht so gezuckert wunderschoen aus.

Die Strasse nach Copacabana ist geteert und richtig gut. Kein Geschaukel und Staub. Wir sind begeistert.
Mehrmals werden wir vom Militaer angehalten und der Fahrer muss die Passagierliste zeigen.
Dann haelt der Bus am See an und wir muessen alle aussteigen. Der Bus wird auf eine Faehre geladen und ich bin mir nicht sicher, ob er nicht mit unserem Gepaeck untergehen wird, so klapprig ist die "Faehre". Wir muessen auf ein kleines Boot umsteigen, das nicht sicherer aussieht und werden ueber den kleinen Kanal geschippert. Auf der anderen Seite gehen wir dorthin, wo der Bs anlegen wird. Das ist aber komplett umsonst. Alle anderen verteilen sich im Staedtchen, organisieren was zu essen und kommen nicht mal zurueck als der Bus mehrfach laut hupt. Erst als er schon um die Ecke faehrt, kommen alle angerannt.
Dies ist der einzige Weg nach Copacabana. Der andere fuehrt schon durch Peru.

Wir kommen an und sind ueberrascht von der riesen Kirche, die sie haben. Als erstes muessen wir ein bisschen Geld tauschen, also laufen wir mit unserem Gepaeck die Einkaufsstrasse runter bis wir eine Wechselstube/ Reiseveranstalter finden. Dann nehmen wir ein Taxi in das coolste Hostel, das wir bisher hatten. Leider haben sie im Moment kein Zimmer frei, aber nach dem Mittagessen koennen sie mehr sagen. Wir setzen uns in das supergemuetliche Restaurant und geniessen erstmal Lasagne und Tomatensalat. Der Besitzer muss Deutscher sein weil es Kartoffelsalat, Bratkartoffeln und auch Fondue gibt.
Nur das Internet geht nicht wirklich und so koennen wir unseren Trip nach Cusco nicht planen. Ich habe jetzt erst gesehen, dass der Bus von Copacabana nach Cusco 15h dauert und das will ich eigentlich vermeiden. Ich bin dafuer nach La Paz zurueckzufahren und einen Flug zu nehmen. Arzu will das ueberhaupt nicht. Sie sucht andere Wege, die aber alle nicht besonders effektiv sind. Eine andere Moeglichkeit waere noch mit dem Bus in 4h nach. Puno zu fahren und dann am Morgen in den Zug nach Cusco einzusteigen. Alles dauert aber irgendwie zu lange. Da wir hier nur spekulieren, brauchen wir dringend Internet um herauszufinden, wie teuer Fluege sind und was der schnellste Weg ist.
Wir lassen unser Gepaeck beim deutschen Besitzer :) und suchen ein Cafe mit Internet. Wir scheitern aber schon daran ein Cafe zu finden. So etwas gibt es hier nicht - Marktluecke!
Ich sehe ein versifftes Internetcafe und wir gehen rein. Die Tastaturschulblade habe ich schonmal gleich auf dem Schoss, die Maus funktioniert nicht richtig und die Verbindung ist langsam. Trotzdem sehen wir schnell, dass es keine annehmbare Moeglichkeit gibt, schnell und im Budget nach Cusco zu kommen. Also entscheiden wir uns heute nacht noch den Bus zu nehmen und die Isla del Sol von der Liste zu streichen. Wir gehen in ein kleines Ticketoffice und erfahren, dass es einen direkten Bs nach Cusco gibt, der nur 10h braucht und auch noch bequeme Liegebetten hat. Gebongt! Billiger als nach Uyuni ist es auch noch. Nur leider gibt es heute keine Betten mehr. Wir buchen fuer morgen und bezahlen auch gleich noch eine Tour auf die Isla del Sol.
Zurueck zum Hotel, es gibt ein Zimmer fuer uns und wir freuen uns riesig. Der Ausblick ist traumhaft, ueberall Haengematten und es ist sehr sauber. Auch die Toilette funktioniert. :)

Jetzt kann ich endlich mal wieder waschen. 3h soll es dauern, 4 geben wir dem Ehepaar und ziehen in die Stadt zum Shoppen. Arzu kauft 2 Huete/ Muetzen, ich ein paar kleine Geschenke und dann ruhen wir uns im superbequemen Bett aus. Das hatten wir schon lange nicht mehr und so langsam muessen wir unsere Kraefte fuer Macchu Pichu sammeln. 
Im Hotelrestaurant ist der Holzofen an und wir geniessen einen Kaffee in der trockenen Waerme. Um 8 ist unsere Waesche natuerlich noch nicht fertig. Wir sollen um 9 wieder kommen. Also gehen wir zurueck ins Hotel und essen Salat! Hier wird der Salat naemlich nicht mit Leitungswasser gewaschen weil die Wasserqualitaet so schlecht ist, dass man selbst zum Zaehneputzen besser eine Flasche nimmt.
Um 10 gehen wir wieder zurueck, aber nur ein Teil meiner Waesche ist fertig. Arzu's Jeans sind noch ganz nass. Spitze!
Das trockene und das halbtrockene Zeug nehmen wir gleich mit und Arzu will ihre Jeans ueber Nacht am Ofen vor unserer Zimmertuer trocknen. Hier kommt endlich meine Waescheleine zum Einsatz, die ich an zwei Naegeln festmache. Wir heizen den Ofen nochmal richtig ein und gehen ins Bett... Was fuer eine gute Matratze!

Sunday, October 27, 2013

26. Oktober Thermalbad auf bolivianisch und eine abenteuerliche Fahrt nach Uyuni

Um 4 fahren wir bereits los... Zu schreiben, dass es saukalt ist um diese Uhrzeit, spare ich mir. Beim Beladen des Autos sehe ich noch Orion am Himmel... :)
Die Scheiben beschlagen und haben kleine Eisblumen. Der Sonnenaufgang ist auch nicht gerade das, was wir uns erhofft hatten fuer unser Frueh aufstehen und da das Auto nach wie vor nur mit 1 Rad antreibt, sind wir sehr langsam unterwegs. Zuerst fahren wir in ein Fumarolenfeld, in dem es heiss dampft und schoen nach Schwefel riecht. In der Morgensonne sieht das sehr, sehr schoen aus. 1h spaeter kommen wir an einem See an, an dessen Rand ein heisses Becken ist, in das 3 von uns einsteigen und uns aufwaermen. Das ist wirklich cool, also eigentlich heiss und ich will ueberhaupt nicht mehr raus, vor allem weil es da keine Umkleidekabine gibt und sich alle direkt am Becken aus ihren Bikinis zurueck in die Thermounterwaesche zwaengen.

Hier verlassen uns die 4 anderen. Sie fahren mit einem anderen Jeep mit, der sie zur chilenischen Grenze bringt. Jetzt sind wir nur noch zu dritt in unserem einraedrigen Banditen :)
Wir fahren nicht in dieselbe Richtung wie die anderen Jeeps, sondern wieder zurueck in die Wueste. Ganz wohl ist uns beiden nicht. Was wenn wir nochmal steckenbleiben? Zu dritt kriegen wir das Auto nie aus dem Sand. Franz faehrt vorsichtig und jetzt, wo alle anderen weg sind, ist er viel freundlicher. Er fragt immer wieder ob wir fuer ein Foto anhalten wollen und erklaert auch mehr.
Arzu fuehlt sich nicht wohl. Sie hat Magenprobleme und versucht trotz Geruettel zu schlafen. Unser erster "Pferdetrip" in La Paz fuehlt sich nun sehr sanft an. Die Pisten, die wir fahren, koennen wir allemal erahnen. Dass das wirklich eine Strasse sein soll, glaube ich kaum.
Wir sehen Lamas und andere Tiere, deren Namen ich mir nicht merken kann, auch an emus fahren wir vorbei.
Ploetzlich ist die Landschaft gruen und es schaut ein bisschen so aus wie in Island. 
Um 11 halten wir in Vila Vila, einem Dorf mitten in der Wueste und Franz bringt unser Essen in ein Haus, wo er es auch fuer uns fertig macht. Ich gehe aufs Klo und freue mich, dass es zum ersten Mal seit drei Tagen wieder eine Spuelung und auch einen Sitz gibt. Ja, man freut sich an den kleinen Dingen nach ein paar Tagen in der Wueste. :)

Kurz nach unserer Mittagspause sind wir im Roten Tal. Hier gibt es merkwuerdige Steinformationen und Franz haelt mit uns um uns den Loewen und das Lama zu zeigen. Manche von uns beiden sind daran aber erst ein wenig spaeter interessiert... :) Was beim Lama und beim Loewen passiert, bleibt beim Lama und beim Loewen. :) :) :)

Gegen 1 hoert ploetzlich das Geruettel auf und wir sind doch tatsaechlich auf einer geteerten Strasse - fuer weniger als 5 min! Die Wueste ist zu Ende und wir fahren zurueck nach Uyuni, vorbei an Alauto und San Cristobal, einer grossen Mine, die Mineralien foerdert. 
Jetzt spielen wir Minibus. Zuerst nehmen wir eine alte Frau mit, dann einen Mann. Und endlich hat Franz auch jemand um sich zu unterhalten. :)
Immer wieder haben wir fuer kurze Strecken Teerstrasse, aber nie lange genug um sich wirklich zu freuen.

Um 3 sind wir in Uyuni und Franz faehrt uns noch zum Hotel. Wir brauchen dringend Internet, um zu kucken, ob wir den Flug fuer morgen frueh nun bestaetigt bekommen haben oder nicht. Im Hotel finde ich kein Wifi, also renne ich ueber die Strasse, aber die nette Dame im Internetcafe sgt mir, dass die ganze Stadt keinen Strom hat. Wir muessen also warten. 
2h spaeter sitzen wir immer noch da und warten auf Strom. Als wir meiner Schwester eine SMS schreiben, dass sie meine Emails checken soll, ob wir den Flug haben, oder wieder im Horrorbus zurueck nach La Paz muessen, kommt der Strom zurueck und wir haben sowohl Internet als auch anacheinend den Flug. Nur leider haben wir weder eine Reservierungs- noch eine eticket-Nummer. Wir Zum Glueck gibt es in Uyuni ein Buero von Amaszonas Airlines und das ist auch nur 3min vom Hotel. Sie haben auf und 30 min spaeter haben wir auch schon Bordkarten in der Handl das geht hier alles etwas langsamer :)
Jetzt koennen wir einchecken und endlich die exterm staubigen Klamotten ausziehen, duschen und essen gehen.

Es scheint in Uyuni nur italienische Restaurants zu geben. Also Pizza aus dem Holzofen und Wein...
Danach versuchen wir noch uns fuer morgen frueh um 5:40 ein Taxi zu organisieren weil im Hotel kein Mensch mehr ist, der uns sagen kann, ob sie angerufen haben um eins zu reservieren oder nicht. Ob das klappt?

25. Oktober Flamingos und ein kaputtes Auto oder Wer braucht in der Wueste schon Allrad? Eins tut's auch

Um halb sieben gibts Fruehstueck. Trockenes, mind. 2 Tage altes Brot. Aber wo soll es hier mitten in der Wueste auch herkommen? Ich bin ohnehin beeindruckt, wie die Leute hier leben. Und das war noch die Luxusvariante mit Strom und fliessendem Wasser.

Um punkt sieben stehen die Europaerinnen mit Gepaeck am Auto, Franz turnt schon auf dem Dach rum, damit er alles festschnallen kann, nur die Maenner fehlen noch. :)
Im Auto ist es noch ruhig. Keiner scheint so gut gelaunt zu sein wie der Tuerke, den wir auch heute morgen schon reden hoeren. Zum Glueck ist er in einen anderen Auto.

Wir fahren eine ganze Weile durch unterschiedlichste Landschaften. Ausser anderen Jeeps mot Touristen gibt es hier nichts. 
Eine "Strasse" - wenn man die Pisten so nennen kann, definiert sich darueber, ob schon mehr als 4 Autos dieselbe Route genommen haben. Oft fuehren viele Wege nach Rom, aehm durch die bolivianische Wueste. Wir sehen die Bahnlinie nach Chile, einige Vulkane, 3 Lagunen mit Flamingos und viel, viel Sand und Steine.


Kurz vor der letzten Lagune - der roten, die besonders schoen aussieht wenn man vor 15 Uhr ankommt, bleibt unser Jeep, der schon den ganzen Tag merkwuerdige Geraeusche macht und den Franz schon ein paar mal "repariert" hat, im Sand stecken. 
Hier merken wir nach mehreren vergeblichen Anlaeufen ihn wieder freizubekommen, dass sich nur 1 Rad dreht, wenn Franz Gas gibt, und zwar das, das feststeckt.
Er buddelt und buddelt, wir organisieren Steine als Unterlage, mind. 10 Versuche startet er, loszufahren, aber alle sind vergeblich. Da holt er den Wagenheber - wenn man das Geraet so nennen darf - und hebelt das Rad frei. Wir bringen mehr und mehr Steine und bauen eine kleine Srrasse fuer das Rad. Fernando, der Brasilianer ist ziemlich stinkig, dass wir ein kaputtes Auto haben. Wir Maedels versuchen zu helfen, aber das will er alles nicht. Nicht mal anschieben sollen wir.
Weitere vergebliche Versuche und wir kriegen endlich Verstaerkung von einem anderen Auto. Gemeinsam mit dem Fahrer und den vielen Jungs schaffen wir es im dritten Anlauf, das Auto aus dem Sand zu schieben und koennen endlich zur Lagune.
Dort angekommen, ist mein Kopfweh so stark, dass ich keine Lust habe, die Lagune zu erkunden. Ich gehe sofort ins Bett und hoffe, dass es besser wird. Fernando liegt mit Magenschmerzen auch hier.
Wir sind auf 4700m... Das Kopfweh scheint mir vom Geruettel im Jeep und von der Hoehe zu kommen. Es wird auch nicht besser und deshalb stehe ich bald wieder auf. Laut Miranda soll ich was Suesses essen, Zucker hilft gegen Hoehenkrankheit. Ich trinke Kaffee mit viel Zucker, Milch gibt es ohnehin nicht :)
Franz ist draussen und versucht das Auto zu reparieren. Wir merken, dass es sehr schnell kalt wird hier und haben alle schon ein wenig Bammel vor der Nacht. Es gibt keinen Strom, im Gemeinschaftsraum wird die Lampe mit einer Autobatterie betrieben, damit wir zum Abendessen ueberhaupt was sehen.
Das Essen ist wieder sehr lecker und von Franz bekommen wir eine Flasche Wein. Die schaffen wir allerdings nur zur Haelfte.
Um noch ein wenig heisses Wasser fuer meine "Gatorade"- Waermflasche zu bekommen, gehe ich zur Kueche. Das ist ein typisch bolivianisches kleines Haeuschen neben unserem Hostel. Hier waermt sich auch Franz gerade auf. Der Raum ist gemuetlich warm, es gibt einen grossen Herd, der mit Holz gefeuert wird, einen Tisch mit ein paar Baenken und ein Bett. Hier scheint die komplette Familie (Grosseltern, Eltern, Kind) zu schlafen. Sie machen Pancakes und essen Suppe.
Der Himmel ist klar und die Sterne sind so nah, dass man sie fast anfassen moechte. Ich entdecke das Kreuz des Suedens und sehe 2 Sternschnuppen :)
Um 8:30 sind wir alle unter den Decken in unseren Schlafsaecken eingemummelt, weil es superkalt ist. Um 3:30 wird der Wecker klingeln.