Saturday, April 2, 2011

01. April: San Jose - nichts besonderes zu sehen

San Jose ist die Hauptstadt von Costa Rica, ist aber nur ein wenig groesser als Ulm und hat fuer Touristen ausser Einkaufen nicht viel zu bieten. Mit dem Stadtspaziergang sind wir also recht schnell fertig und koennen uns den schoenen Dingen widmen: Schmuck und Holz... :)
Und auch People Watching steht ganz oben auf unserer Liste.
Ausserdem handeln wir wieder... Und wieder geht es schief, aber am Ende bezahle ich weniger als ich will. Und das geht so: 14000 steht auf der coolen Schale. Die Verkaeuferin sagt uns, dass alles 30% off ist, das waeren dann also noch 9800 nach unserer Rechnung. Ich biete 9000 und sie sagt, sie hat es uns schon fuer 8000 angeboten. ??? Wer hat sich hier verrechnet. Das ist mir eigentlich egal. Hauptsache ich kriege die Schale billig um sie am Abend in meinen vollen Rucksack zu stopfen.

Um 6 holt uns Gerrardo nochmal ab und bringt uns in ein Texanisches Restaurant mit ausgezeichnetem Essen. Mir tun nur die leid, die morgen mit mir im Flieger sitzen muessen... Knoblauch ole... :)

Zum Thema voller Rucksack: Sonni und Rene haben jetzt wesentlich leichtere Rucksaecke. Ca. die Haelfte meines Gepaecks gehoert nicht mir.
Ganz so wie ich es von Papa gelernt habe, stopfe ich auch noch die kleinste Ecke mit Socken und Unterwaesche aus. :)
Jetzt liegt alles hier und ist bereit, von mir morgen frueh um 5 in Richtung Flughafen gebracht zu werden.
Ich bin gespannt, ob auch alles heil ankommt!

31. Maerz: viel gelernt

Mein Lieblingstag! Auch wenn wir schon mal wieder sehr frueh aufstehen, wird das ein spannender Tag fuer mich und auch Sonni und Rene.
Schon beim Fruehstueck habe ich meinen Spass, als sich ein paar Amerikaner ueber die hohen Benzinpreise und Steuern unterhalten. Da muss ich mich gleich einmischen und ihnen von Deutschland erzaehlen. Danach sind sie ruhig und beschweren sich nur noch ueber die hohen Kosten fuer ihre Army. Aber das ist ja ihr eigenes Problem. :)
Der Weg zur Kaffeefabrik ist eigentlich nicht weit und laut Navi sollten wir in 10 min da sein. Wir machen noch einen "kurzen" Umweg ueber die Stadtmitte, um in einem Supermarkt vorbeizuschauen. Kurz? Das geht waehrend der Rush hour nicht. Schon hier brauchen wir 10 min laenger als geplant und der Weg zur Kaffeefabrik macht uns klar warum hier Mopeds und Fahrraeder die bessere Alternative sind. Wir bewegen und schrittweise vorwaerts und das 1h lang. Eigentlich waeren wir puenktlich, wenn da nicht noch ein kleines Problem waere: Die Wegbeschreibung von Roberto ist so, wie alle Beschreibungen in Costa Rica sind. Es gibt keine Strassenangaben sondern Bushaltestellen, Bruecken, Friedhoefe, Ampeln, die klarmachen, wo man hin muss.
D.h. laut Roberto's Beschreibung geht es nach dem Friedhof an der Fussgaengerampel rechts.... Hmmm, das stimmt nicht so ganz und wir suchen ca. 20min, fragen 2mal nach Volcafe und finden trotzdem nichts. Keiner kann uns wirklich sagen, wo wir hinmuessen und das, obwohl die Firma nicht mal klein ist.
Nach costaricanischer Zeit kommen wir dann punktlich 15 min zu spaet. Roberto, der Produktionsleiter fuehrt uns herum und ich lerne nochmal mehr ueber Kaffee. :)
Volcafe ist einer der Lieferanten fuer Starbucks! Yeah! Wir sehen wie der Kaffee in geschaelten Bohnen ankommt, sortiert wird nach Groesse, Dichte und Farbe, Dann wird er je nach Kunde in Saecke abgefuellt (je 69kg!!!) und in Container verladen. Die Container werden vorher peinlichst genau ueberprueft, fotografiert und gefilmt, damit sicher keine Drogen oder andere Dinge mitgeschmuggelt werden.
Dann gehen wir noch auf die andere Seite der Fabrik. Hier werden die Bohnen direkt von den Farmern angeliefert. Leider ist die Kaffee-Ernte schon vorbei und alles wird gerade fuer Wartung auseinandergenommen, aber der Prozess ist dennoch super interessant.
Wir sehen die Starbucks und Nespresso Bestellungen und erfahren die Eigenheiten der grossen Kunden. :)
Gut zu wissen ist, dass Starbucks auch dafuer sorgt, dass die Farmer genuegend bekommen!
Am Ende der Tour sind wir uns einig: Es ist erstaunlich, wie billig Kaffee ist, wenn man bedenkt, wieviele Schritte, Personen und Orte involviert sind, bis er in der Tasse landet.
Danach treffen wir Selenia, die Mutter einer Bekannten von Rene. Wir schauen ihr wirklich wunderschoenes Haus in Santo Domingo an und gehen mit ihr und Gerrardo, ihrem Mann Mittagessen in einem peruanischen Restaurant. Mmmmmh, lecker!
Der Kaffee danach in ihrem Haus ist sehr stark, aber so soll er ja schliesslich sein. Und hier kommen die anderen interessanten Sachen. Wir sehen eine Frucht, die aussieht wie eine gruener, flacher Bumerang. Innen drin sind Fruechte, die ein "Fell" haben und einen grossen Kern. Sie sind suess und schmecken super.
Dann zeigt uns Selenia noch die Cashew-Frucht. Wir wussten alle nicht, dass die Cashew-Nuss auf einem Baum waechst an einer Frucht.
Die Frucht schaut super aus, aber der Geschmack ist furchtbar. Sie trocknet eienm sofort den kompletten Mund aus und schmeckt nach Kaese. Ugh!
Wir kriegen sie wirklich nicht runter.

Lieber schnell zum groessten Rip-Off, den wir uns hier in Costa Rica antun. Wir wollen noch eine Kaffeeplantage sehen und enden in einer Kaffeetour, die mehr einem Theaterstueck gleicht. Fuer 20$ kriege ich am Ende wenigstens einen Kaffeepflueckerhut. Den habe ich aber auch nur bekommen weil ich in dem laecherlichen Spiel zum Kaffeekosten mitgemacht habe.
Kommentar vom "Showmaster": Ich habe noch nie eine Deutsche gesehen, die so viel gelacht hat.
Hier lernen wir also nicht besonders viel, erkunden aber danach im Garten auf eigene Faust eine Kaffeepflanze und schaelen die Frucht . Das ist vielleicht eine schleimige Angelegenheit... :)

Am Abend sind wir mit Gerrardo und Selenia Essen im Countryclub. Der Blick von diesem privaten Grundtueck ueber San Jose ist sensationell.
Es ist Karaoke-Abend und wir muessen feststellen, dass die meisten Costa Ricaner richtig gut singen koennen. Die Frauen leider nicht so sehr.
Gerrardo, unser Gastgeber singt "My Way" und wir haben Gaensehaut! Wow, der Mann kann singen.

Uebrigens, es gibt immer vier Dinge, die eine costaricanische Stadt ausmachen: Eine Kirche, eine Schule, ein Fussballfeld und eine Bar. Alle in der Stadtmitte. :)

Thursday, March 31, 2011

30. Maerz: Von Manuel Antonio nach San Jose

Der letzte Satz gestern war eigentlich nur spassig gemeint. Wenn wir da schon gewusst haetten, wie wahr er ist, haetten wir ihn sicher nicht mit einem lachenden Auge geschrieben.
Hier kommt die Aufzaehlung: 1 grosse Kakerlake im Bad mit vielen Jungen, 1 noch groessere in der Kueche und spaeter noch eine neue im Bad. Die eine hat Rene erfolgreich an der Wand entlang und unter der Tuer durch nach draussen gescheucht. Unsere Handtuchbarrikade haben wir nach ein paar Minuten wieder abegebaut. Wir wollten ja nicht, dass sie nicht rauskoennen wenn sie wollen und lieber in Richtung Bett krabbeln.
Eigentlich wissen wir auch nicht wirklich viel ueber diese Krabeltierchen. Sie sind einfach nur eklig! Und zu gutem Schlaf haben sie auch nicht beigetragen. Sonni und ich sind uns einig: Allein wegen dieser ganzen Kleintierchen koennten wir nie in einem solchen Land leben. Egal wie sauber es ist (und auch hier war SAUBER BUTZAD!), diese Krabbelviecher wird man wohl nie los. :(

Anyway, heute ist ein neuer Tag und wir haben die Nacht ohne Tiere im Bett verbracht. Wahrscheinlich ein letztes Mal die Gelegenheit auszuschlafen und noch ein wenig zu lesen, bevor wir alles wieder in die Rucksaecke packen und weiterfahren, nach San Jose, wo ich am Sa morgen in den Flieger steigen werde.
Das ist der Plan: Packen, auschecken und einen schoenen Strand finden, mit Parkplatz dahinter, das wir das Auto immer gut im Blick haben und keiner unsere Habseligkeiten klaut.
Schnell dort den Sand unter einer Suesswasserdusche abwaschen bevor wir in die Hauptstadt einfahren.
Aber: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wir fahren wieder durch die Palmenwaelder - immer wieder faszinierend - und entscheiden uns, an einen von Uschi empfohlenen Strand zu fahren. Nach 5min Suchen finden wir einen oeffentlichen Zugang zum Meer. Hier gibt es ansonsten nur Privathaeuser, nicht mal Hotels. Und so leer wie die Haeuser ist auch der Strand! Kilometerlang niemand. Nur 2 Personen mit Liegestuehlen sind am Anfang noch da, verschwinden aber relativ schnell und wir sind allein.
Die Hitze ist unertraeglich und wir wollen schnell ins Wasser. Der dunkelgraue Sand ist aber so heiss, dass wir uns fast die Fuesse verbrennen. Und das Wasser ist leider so stuermisch, dass ausser ein wenig reingehen bis zum Knie nichts geht. Die Stroemung ist viel zu stark. Ein klein wenig Abkuehlung schafft es trotzdem und wir begeben uns lieber auf Muschelsuche. Sonni in ihrem Element!
So, was machen wir jetzt mit den nassen Bikinis und ohne Dusche? Keiner zu sehen, also schnell umziehen am einsamen Strand und dreckig, salzig und schwitzig wie wir sind zurueck ins Auto. Da kommt sicher nochmal ein Strand, der auch eine Dusche hat.
Am naechsten Schild biegen wir wieder ab. Uschi ist ein wenig verwirrt als wir vorne im Sand stehen, 40m vom Wasser entfernt. Sie empfiehlt uns 120m zu fahren und dann abzubiegen. Nein, danke! Dieses Mal nicht. Wir haben schliesslich kein Amphibienfahrzeug. :)
Auch hier ist das Wasser eher fuer Surfer geeignet und wir geben schon fast auf, noch einen schoenen Schwimmstrand zu finden.
In Jaco (einer Ballermannstadt) kaufen wir dann wenigstens Mittagessen ein. Guacamole :) Was wuerden wir nur ohne diese herrliche Creme immer essen?

In einem costaricanischen Aldi suchen wir dann noch Rasierschaum fuer Rene und sind weiterhin fest entschlossen nochmal zu baden.
Die Krokodilsbruecke liegt vor uns und die Lust vergeht uns ein wenig. Auf einen Alligatorenbiss haben wir keine Lust. Dafuer halten wir nochmal Ausschau nach den Aras, die Rene schon gesehen hat.
Und genau als wir anhalten fliegen sie vorbei. 2 wunderschoene rot, blau, gelbe Exemplare. Leider geht alles viel zu schnell und wir kriegen die Riesenvoegel nicht vor die Linse. Aber wir haben sie gesehen! In freier Wildbahn. Das ist unglaublich!

Wir machen hier Pause und essen im Stehen auf dem Parkplatz unsere Guacamole, hoffen, dass wir nochmal die Chance auf die bunten Federn haben, aber leider nicht.

Je naeher wir nach San Jose kommen - btw, rechts ueberholen ist hier wohl nicht nur erlaubt sondern die gaengige Art, aneinander vorbeizufahren - umso mehr haben wir das Gefuehl wir kommen in eine andere Welt. Grosse Werbetafeln, riesen Laeden, es sieht fast aus wie in einer amerikanischen Vorstadt.
San Jose selbst erreichen wir bei Einbruch der Dunkelheit. Zum Glueck hat Uschi unser Hotel. Es stehen naemlich nirgendwo Strassennamen geschweige denn haben wir eine Ahnung wo wir sind. Und hier nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Zuerst ist anzumerken, dass man hier gleichzeitig auf 10 Dinge achten muss:
1. Den Berufsverkehr
2. Die Mopedfahrer, die jede noch so kleine Luecke nutzen um schneller vorwaerts zu kommen
3. Die Fahrradfahrer, siehe Punkt 2
4. Ob man noch einigermassen zwischen den parkenden Autos durchfahren kann, ohne dass einen ein Taxi rammt
5. zwischen den parkenden Autos hervorlaufende Passanten
6. Pfeile auf dem Boden, die ploetzlich in die andere Richtung zeigen und man somit auf der Gegenfahrbahn faehrt, obwohl man nie die Spur gewechselt hat (mehr s.u.)
7. die ueblichen Schlagloecher, die auch hier riesig sind
8. Die ca. 50cm tiefen Regenrinnen am Strassenrand
9. Die Ampeln, die superschnell schalten
10. Autos, die nicht am Berg anfahren koennen und somit erstmal einen Meter rueckwaerts rollen bevor sie Gas geben

Mit Sonni und Rene, die helfen, auf all diese Dinge zu achten, kommen wir nach nur 1mal verfahren (was uns bei diesem Verkehr ungefaehr 20min gekostet hat) irgendwann in der Strasse an, in der das Hotel sein soll.
Nicht jedoch ohne vorher noch fast frontal mit einem Moped zusammen zu stossen.
Man nehme eine ca. 4spurige Strasse (zumindest fahren mind. 4 Autos nebeneinander her. Der Pfeil auf dem Boden zeigt immer nach vorn, da wir in 800m links abbiegen wollen und es eine Einbahnstrasse ist, fahre ich ganz links. Die 2. Spur wird zur Bus-/ offizielle Autos Spur (oder was auch immer dieses merkwuerdige Zeichen am Boden bedeuten soll, das in den USA heisst, dass hier nur Autos mit mehreren Insassen fahren duerfen. Hier ist das aber nicht so. Egal, wir haben ja unsere Spur. Ploetzlich sehe ich, dass ich rechts rueber soll, da ist aber eine Schlange von Bussen. Und vorne geht die Strass weiter. Also bleibe ich auf der Spur. Es sind ja auch nur noch 150m bis zum Abbiegen. Aber die sind entscheidend. Nach der Ampel ist diese Spur durch einen kleinen Huegel baulich von den rechts liegenden Spuren getrennt. Zweifel, ob ich richtig fahre kommen langsam hoch. Nach 50m sehe ich einen umgedrehten Pfeil auf dem Boden. Oh Sch... ich bin sozusagen auf der Gegenfahrbahn!
Und schon kommt von unten ein Moped. Sonni und Rene merken auch, was passiert ist und in der Hektik biege ich links in die Strasse ab. Ooops, Das ist auch eine Einbahnstrasse, aber in die andere Richtung. Zum Glueck kommt hier nichts und das Gehupe geht erst los, als ich unten wieder in die richtige Richtung auf eine Strasse abbiegen will.
Puh, das ist vielleicht ein Chaos mit den Strassen hier.

Das Hotel ist schlecht zu finden, aber wir schaffen es doch, nachdem ich mal wieder entgegen der Einbahnstrasse gefahren bin. Hier gibt es aber kaum Autos und deshalb ist das nicht so schlimm. :)
Kap's Place ist ein suesses Hostel mit bunten Fliesen auf dem Boden, vielen Pflanzen und Mosaiksteinen.
Jetzt muessen wir nur noch das Auto parken. Der Hotelparkplatz ist voll, also Oeffentlicher Parkplatz. Sonni und ich fahren los. Es sind ja nur 2 Blocks. Aber auch hier kommen wir wieder mit den Einbahnstrassen ins Gehege. Das ist wirklich schlimmer als NYC!
Fuer 800C pro h steht Tico jetzt hoffentlich sicher in einem taghell erleuchteten, von Stacheldraht umgebenen Parkplatz.
Wir kommen auf dem Rueckweg zum Hostel bei einem China-Imbiss/ Supermarkt/ Tabakladen vorbei und beschliessen spontan noch Abendessen mitzunehmen. Das ist ein Laden wie er in Chinatown nicht anders sein koennte. Es gibt alles, der Shop ist aber nur 30qm gross und die Haelfte wird von der Kueche eingenommen.
Endlich klaeren wir die Frage, die uns schon den ganzen Urlaub verfolgt: Wie heisst die "verschrumpelte Oma" Frucht und wie wird sie gegessen?
Den Namen haben wir schon wieder vergessen, aber die Frucht ist ein Gemuese, wird gekocht und schmeckt wie eine Kartoffel, ist aber suesser.
Schade, dass ich die nicht mit nach Hause nehmen kann.

Wednesday, March 30, 2011

Exkurs: Handeln auf costaricanisch

Man nehme einen Touristenshop, in dem nur wenige Artikel bepreist sind. Dazu giesse man einen unfaehigen Mitarbeiter, dessen Spanisch und Englisch gleich schlecht sind. Man finde viele schoene Dinge, von denen man gern wuesste, ob das Preis-Leistungsverhaeltnis angemessen ist.
Zeitaufwand: 10 min
Daraufhin frage man den Mitarbeiter nach einem Preis. Antwort: 2500 fuer die Grossen und 1900 fuer die Kleinen. Ah, das ist superbillig.
Fuer weitere Artikel muss er nach oben zu seinem Chef, um zu fragen, wieviel er den vermeintlich dummen Touris aus der Tasche leiern kann.
Zeitaufwand: je 1 min
Und jetzt kommt's: 3 Artikel und 2 Postkarten: 1. Preis 59200 Colones (ca. 120Dollar). Was? Das kann wohl nicht sein, wenn die beiden kleinen je 1900 und das Grosse, extra nachgefragte 10000 kosten.
Jetzt kommen Sonni's Handelkuenste zum Einsatz. Zuerst wird diskutiert, wieviel die Artikel wirklich kosten und ploetzlich hat wohl alles 1 Null mehr. Das aktzeptieren wir nicht und Sonni bietet 30000 fuer alles zusammen. Das ist immer noch mehr als wir zahlen wollen, aber immerhin schon ca. nur noch die Haelfte dessen, was er wollte.
Zeitaufwand: 10 min
Das kann er so nicht akzeptieren, also wieder hoch zum Chef. Neuer Preis: 26000. Ich wuerde sagen: Keine weitere Verhandlung notwendig!
Danke fuer die 4000 geschenkten Colones. Das ist unser Cocktail! DANKE!

29. Maerz: Die Attacke des Leguan

Heute ist mal wieder ausschlafen angesagt, was manche mehr und andere weniger geniessen. Beim Oeffnen unserer Luxusvillatuer kommt uns dann die Realitaet in Form der schwuelen Hitze entgegen. Baeh!
Lieber wieder rein und noch ein wenig mehr Sauerei auf den unzaehligen Sofas in unserer Suite verbreiten. Sonni's Untermieter, La Cucaracha (die faustgrosse Kakerlake) hat sich schon im Bad verschanzt.
Es hilft alles nichts. Raus zum Fruehstueck - d.h. Burrito und Pancakes machen es uns moeglich den Tag in der Schwuele und im Nationalpark zu ueberstehen. Damit wir Sonni's Bushaeuschen Manie gerecht werden, setzen wir uns heute mal an ein weniger schoenes Exemplar und warten auf den oeffentlichen Bus. Ob der wirklich von Mercedes Benz ist, bleibt bis zum Schluss ein Geheimnis. Ich denke, nur mein Papa koennte diese Frage beantworten.
Manuel Antonio als Ort ist nicht besonders schoen und der Strand komplett ueberfuellt, sowie nicht besonders sauber. Auf dem nicht besonders gut ausgeschilderten Weg zum Parkeingang lassen wir schon mehr als 20 grosse Schweisstropfen liegen. Baeh!
William, ein Naturalista Fuehrer faengt uns noch vor dem Tickethaeuschen ab und bietet uns eine Privattour an, die allerdings sofort beginnt.
Nichts war's mit unserem Strandtag, aber so eine Gelegenheit lassen wir nicht aus. Schliesslich wollen wir nicht in einer riesen Gruppe mit vielen Kindern auf die Suche nach den Tieren gehen.
Und schon nach ein paar Metern sehen wir das 1. Faultier im Baum haengen. Man stellt sich Faultiere wirklich haesslich vor, sind sie aber eigentlich nicht. Dieser riesen Koerper hat einen kleinen Kopf mit einem riesen Laecheln (Happy hour Gesicht). Die Bewegungen, wie wir noch bei mehreren weiteren Faultieren sehen werden, finden nur in Zeitplupe statt, was das Beobachten relativ einfach macht. Fuer das Faultier ist jede Bewegung aber ein Hochgeschwindigkeitsakt.
Man glaubt es kaum - Sich angesprochen fuehlende aufgepasst :) - Faultiere kommen nur einmal pro Woche von den Baeumen, um zu sch...
Froesche, Termitennester, gut riechende Limonellas, Pfeffergewaechse... wir sehen viel.
Und dann kommt mein persoenliches Highlight: Das Capuccino Aeffchen (Rene: Ob es seine Naemensaenderung wohl witzig findet?) Fuer alle, die das Aeffchen noch unter dem alten Namen kennen: Kapuzineraeffchen (bekannt aus Outbreak). Wir verfolgen den kleinen Affen wie er vom Baum kommt, ueber die Strasse laeuft und in einem anderen Baum zu Fressen beginnt.
Dann muessen wir aber schnell weiter, weil ein Faultier mit seinem Jungen auf dem Boden ist (Reminder: Was macht es da wohl?)
In Zeitlupengeschwindigkeit haben wir nun die Gelegenheit sowohl die Mama als auch ihr auf dem Bauch befindliches Baby genauer anzuschauen. Soooooooooooooo suess!
Fledermaeuse, Libellen, Voegel, Baeume mit Pferdehodenfruechten, Leguane und dann natuerlich am Ende der grosse Pool des Naturalista: La mer! :)
Der urwald geht wirklich bis zum Strand. Faszinierend. Vor allem, wenn man dann einen Leguan sieht, der etwas grosses im Mund hat. Und hier nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Von hinten sieht der Leguan schon super aus. Aber das ist mir nicht genug, zumal er eine grosse rote Frucht im Mund hat. Also geh ich vorsichtig um das Tier herum und in die Hocke, um ihn besser ablichten zu koennen. Ich bin aber nicht die Einzige, die ihn gespottet hat und es stehen viel Leute herum. Mir gelingt es gerade noch 1 Foto (gefuehlte 10) zu machen - das Foto ist uebrigens nicht scharf! - als ein Mann neben mir eine schnelle Bewegung macht - das weiss ich aus Erzaehlungen - und der Leguan losspurtet in meine Richtung. Puh, sind die Tiere schnell. Ich mache einen Satz nach hinten mit der Kamera in der Hand und der Leguan flitzt an mir vorbei - und zwar nicht in Faultiergeschwindigkeit sondern affenschnell.
Dadumm, dadumm, dadumm... Mein Herz schlaegt so schnell wie das eines Kolibris! Das haette auch ins Auge gehen koennen.
Beim naechsten Leguan passe ich besser auf und vor lauter Begeisterung ignoriere ich den ca. 50cm langen direkt neben mir.
Doch der Naturalista holt mich zuerst auf die sichere Seite und waehrend ich das Riesenmonster fotografiere, kitzelt er mich mit einem Palmwedel am Fuss. Und wieder mache ich einen Satz! Jetzt reicht's aber mit den Leguanen, zumindest bis wir am Strand liegen und schon der naechste kommt.
Manuel Antonio hat angeblich die schoensten Straende in Costa Rica und das schauen wir uns jetzt genauer an bis das Gewitter kommt und uns aus dem Park treibt. Am Anfang regnet es ncoh gar nicht so stark und wird nur immer noch schwueler. Die Frage, ob wir nass vom Meer/ Regen oder so verschwitzt sind, laesst sich nun nicht mehr eindeutig beantworten.
Bis der Bus kommt, vertreiben wir uns die Zeit in einem Touriladen - siehe Exkurs: Handeln auf costa ricanisch.
Bis wir vor dem Hotel sind, fliessen links und rechts der Strasse Sturzbaeche, so sehr regnet es jetzt. Dafuer ist die Temperatur angenehmer.
Das Fussballspiel Costa Rica gegen Argentinien schauen wir uns im hoteleigenen italienischen Restaurant an, in dem wir uebrigens das bisher beste Essen geniessen. Mmmmh, lecker!
Jetzt gehen wir noch eine Runde Kakerlaken jagen und dann morgen in Richtung San Jose!

Tuesday, March 29, 2011

28. Maerz: Zu viel erlebt fuer einen Tag

Die Nacht war viel zu kurz. Nachdem Sonni vor unserem Zimmer von einem Skorpion ueberrascht worden ist, sind wir gespannt, was uns heute erwartet und wir sollen nicht enttaeuscht werden.
Um 7 holt uns der Naturalista Fuehrer vom Hotel ab und wir folgen ihm zum Park. Dort machen wir eine gefuehrte Nebelwaldtour mit 6 Amerikanern. Adrian, unser Guide ist sehr motiviert und auch erfahren. Gleich als wir in den Park reingehen, hoert er den Quetzal, den seltenen Vogel, der hier zu Hause ist. Er imitiert sein Pfeifen und mit dem Fernglas sehen wir ein Weibchen. Die naechsten 3h drehen sich um Baeume und Pflanzen im Regenwald, Voegel, huepfende Ameisen, Stabheuschrecken (Gottesanbeterin), Schlangenschmetterlinge und Affen. Das ist einer der faszinierendsten Waldspaziergaenge, die ich je gemacht habe. Adrian kennt und kann alle Vogelstimmen. Wahnsinn!
Am Ende der Tour gehen wir in den Kolibrigarten, in dem wir 8 unterschiedliche Arten von Kolibris sehen, von ganz klein, bis groesser. Einer schafft 80 Fluegelschlaege pro Sekunde.
Das ist ein wirklich sehr interessanter Morgen.
Im Hotel packen wir mit Turbogeschwindigkeit alles zusammen und nehmen jetzt die angeblich bessere Strasse nach unten ins Tal und in Richtung Nationalpark Manuel Antonio, der direkt am Meer liegt. Ohhhh, la mer!
Aber zuerst muessen wir wieder runter. Und jetzt ueberfahre ich den Leguan nicht sondern wir halten an und schauen uns den heute braunen Freund genauer an.
Im Tal ist die Hitze unglaublich. Waehrend dem Mittagessen kommen wir uns so vor, als wuerde staendig jemand hinter uns heisse Luft durch's offene Restaurant blasen.
Auf unserer Stammstrecke, der Interamericana, kennen wir uns ja schon bestens aus. Die Strasse in Richtung Manuel Antonio, am Meer entlang zweigt jedoch bald ab und hat einiges zu bieten. Wir fahren ueber eine Bruecke, auf der ungewoehnlich viele Leute stehen und in den Fluss starren. Unser Navi, das uns mit Costa Rica Specials versorgt, sagt an, dass es in diesem Fluss immer Krokodile zu sehen gibt, also halten wir an.
Sonni und Rene gehen zuerst und als sie gerade ausgestiegen sind und das Termiten Nest fotografiert haben, schlaegt der Blitz nicht weit davon ein, gefolgt von einem Donner, der mir Schweissperlen auf die Stirn jagt. Es hoert sich an, als ob ein Auto die Bruecke hinunterstuerzt, so laut ist das Grollen und so aggressiv.
Die Krokodile sind nicht weniger beeindruckend. Zuerst erkennt man sie gar nicht wirklich. Sie liegen im Wasser wie bemooste Steine mit Struktur. Wenn man sie so liegen sieht, wuerde man nie denken, dass sie so schnell sein koennen. Sie sehen eher aus, als ob sie sich seit Jahren nicht vom Fleck bewegt haben.
Rene sieht sogar noch 2 Aras, die frei herumfliegen. Was fuer ein Tag!
In Jako sehen wir den costaricanischen Ballermann! Nicht schoen, aber wohl selten hier.
Und dann fahren wir bestimmt 30 min durch einen Palmenwald, der Uschi zu folge fuer die komplette Produktion von Kokosoel und anderen essbaren Dingen verwendet wird. In Reih und Glied stehen hier 1000e Palmen.
Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir nach Manuel Antonio und finden das groesste Hotelzimmer, das man sich vorstellen kann. Unsere "Wohnung" hat geschaetzte 90qm, superschoen und die Anlage ist mit 2 Pools und 2 Jakuzzis genau nach unserem Geschmack. Nach einem Tag im Auto brauchen wir genau das!

27. Maerz: Sind die Quaker bescheuert?

Kaffeegeruch weckt mich. Ich oeffne die Augen und Rene steht mit einer Tasse dampfendem Gold vor mir... So muss das sein und bei mir zieht das auch, im Gegenteil zu Sonni. :)
Obwohl es am Meer so schoen ist, wollen wir ja noch was anderes sehen und machen uns bei bruetender Hitze auf in Richtung der Nebelwaelder bei Monteverde und Santa Elena. Die Strassenkarte verheisst mal wieder nichts gutes und Uschi will uns einen Umweg fahren lassen, der auch in einer - wie sie hier in Costa Rica heissen - unbefestigten Strasse endet. Da koennen wir doch gleich den anderen Weg nehmen, da ist es wenigstens nicht so viel Schotterpiste --> denken wir.
Zuerst verfahren wir uns mal anstaendig und biegen schon vor der Bruecke ab an Stelle von danach. Sofort wird die Strasse zur Staubstrecke. Vorbei an Holzhuetten, wie wir sie aermlich noch ueberhaupt nicht gesehen haben in Costa Rica, Hunden, Kleinkindern, frisch gewaschener Waesche, die ueber den Zaeunen haengt und nun von uns wieder eingestaubt wird, endet unser Weg nach ca. 2km (20 min Fahrt) abrupt auf einem kleinen Huegel, auf dem ein Wasser- oder Elektrizitaetswerk steht. Der Waerter schaut ein wenig verdutzt, wie wir uns hierhin verirren koennen. Wir drehen um und beim Zurueckfahren sehen wir auch auf der anderen Seite des Flusses schon die ein wenig bessere Strasse. Ja, da wollen wir hin.
Die Strasse nach Monteverde verdient nicht mal annaehernd ihren Namen. Es ist staubig, voller spitzer Steine, Schlagloecher, riesen Steinbloecken (@Julia: Die Strasse bei dir in Bochum ist nichts dagegen), aber das macht unserem Tico nichts aus.
Kaum ein Drittel gefahren, hoere ich: ACHTUNG! Ich ziehe nach links und schaffe es gerade noch so, einem blaeulichen Leguan auszuweichen. Das ist wirklich kein Tier, das ich auf meiner Abschussliste haben moechte, und das gelingt mir auch. Vor lauter Schreck fahren wir weiter, ohne das schoene Tier abzulichten, aber es sollen in den naechsten 2 Tagen noch mehr fuer uns exotische Tiere kommen.
Ein Schild verspricht eine tolle Aussicht. Wir biegen links ab und sind ueberwaeltig von einem Holzsteg, der das komplette Tal ueberblickt. Ein penibel sauberes Bano gibt es auch und wir jagen eine Weile mit dem Fotoapparat einen riesen Greifvogel, der seine Runden dreht, ohne ihn aber je schoen auf ein Foto zu bekommen.
Weiter geht die Wackelfahrt - wir wundern uns, wie Milch es je in den dort oben gelegenen Supermarkt schafft, ohne Sahne geworden zu sein.
Lange 18km spaeter kommen wir ploetzlich auf eine wunderschoene Teerstrasse und koennen es gar nicht glauben.
Und hier geht die Serie der wunderschoenen, wenn auch ein wenig teuereren Hotels los. Wir finden ein deutsch gefuehrtes Hotel und genauso ordentlich, sauber und wunderschoen ist es auch. Also erstmal wieder alles auspacken. Es werden uebrigens immer mehr Plastiktueten, die wir so mit uns rumtragen. Heute ist aber auch eine sehr erfreuliche dabei: Mango und Ananas, die uns schon auf der Fahrt das Wageninnere mit ihrem Duft versuesst haben.
Schweizer Sackmesser raus und ran an die Mango. Oh, schmeckt die gut!!! Die Sauerei will man sich lieber nicht ausmalen, wie wir das ohne Teller auf dem Bett mit einer Plastiktuete alles hingekriegt haben.
Der Weg zum Ranario (Froschteich) ist eigentlich ganz einfach, trotzdem verirren wir uns und Sonni schaut genuesslich zu, wie ich mit meinen Spanischkenntnissen versuche, den Weg zu erfragen. Komisch, dass selbst die Einheimischen ihn nicht kennen. Aber nach noch einmal nachfragen, finden wir die Froesche und erleben eine sehr interessante Stunde. 25 verschiedene Froscharten sehen wir. Darunter ein paar giftige, die rot sind mit blauen oder gruenen Beinen, eine haessliche Kroete, die bis zu 25cm gross werden kann und natuerlich den gruenen Frosch mit den roten Augen. Auch der romantische Frosch, der seiner Froeschin 50 Naechte lang etwas singen muss, bevor er auf ihren Ruecken darf zeigt sich.
Es ist wirklich erstaunlich, was die Costa Ricaner ueber ihre Froesche wissen und die glitschigen Tierchen sind irgendwie suess.