Tuesday, October 7, 2014

03. Oktober Buenos Aires - das 5. Mal

Weil in unserem Hostel mit den vielen Regeln die Küche erst um halb neun aufmacht, müssen wir ohne Frühstück und vor allem ohne Kaffee aus dem Haus. 
Der Flughafen schaut aus wie ein riesen Loft in den Schweizer Alpen.
Ich lasse Yvonne mit Daniel sitzen und skype ein paar Minuten mit zu hause, die sitzen alle bei Lisa in München. Die Ansagen bei mir sind allerdings so laut, dass sie selbst Tote wecken könnten.

Das letzte Mal die Aerolineas Argentinas Essensbox. Wir können es kaum glauben. :) in den letzten 2 Wochen haben wir ein paar zu viele davon gesehen.


Der 5. Anflug auf Buenos Aires ist mir nun schon sehr vertraut, vielleicht ein bisschen zu sehr, und doch überrascht es mich wieder, wie riesig die Stadt wirklich ist. Mehr als ein Drittel der koompletten argentinischen Bevölkerung (ca. 40 Mio) wohnen in und um Buenos Aires. Das kann man auch sehen, wenn man durch Argentinien fliegt, was wir ja nun wirklich gemacht haben, vom Norden in den Süden und jetzt wieder zurück. Es gibt Landschaftsstriche, in denen es weder ein Haus noch eine Strasse gibt, minutenlang unberührte Natur aus dem Flieger. 
Nichtsdestotrotz ist auch der Anflug in Buenos Aires cool...


Mit dem Taxi fahren wir zu Yvonne's Freundin Rike, die hier im Stadtteil Belgrano lebt. 22. Stock, da brauche ich von der Aussicht gar nicht erst anfangen zu schwärmen, oder? :)

Wir gehen erstmal einen Kaffee trinken und machen dann den Supermarkt unsicher. Keine unbekannten Früchte oder Gemüse. Dafür probieren wir endlich die grüne Coca Cola Life mit Stevia an Stelle von Zucker... Schmeckt wie eine Cola, die nicht von Coca Cola kommt...

Zum Abendessen fahren wir nach San Telmo, ein wunderschönes Stadtviertel, in dem ich gern mehr Zeit verbringen würde. In den Restaurant, das auch in Barcelona, Paris oder Madrid sein könnte, gibt es Steak!


Und was hier auch üblich zu sein scheint... Zur Rechnung kommt eine Flasche Chamansito - Sekt... Die nehmen wir natürlich! Und die Zweite, die wir angeboten kriegen, auch. :) zusammen mit dem Wein ist das genau das, was wir gebraucht haben, um im Taxi ein Konzert anzustimmen. Lemontree, Nossa und etwas Spanisches aus Argentinien... Der Taxifahrer hält uns am Anfang für verrückt, macht dann aber mit, indem er Musik für uns aussucht... :)

Eigentlich müssten wir jetzt noch in eine Bar gehen und ein bisschen feiern...


Casa Rosada, Regierungssitz

Saturday, October 4, 2014

01. Oktober Meer und Schnee!!!

Wie von allen vorgeschlagen, machen wir heute die Bootstour um den Leuchtturm rum, der wirklich das Ende von Argentinien markiert. Laut Ana aus dem Hostel fährt das Boot um 10. Auf unseren Voucher schreibt sie 9:30 und wir denken, dass sie das macht, damit wir auch sicher pünktlich sind. Wir lassen uns ein wenig Zeit und sind um 9:45 am Hafen, finden aber den Veranstalter nicht sofort. Wir fragen uns durch und schwupps, stehen wir in einem der vielen kleinen Häuschen, die alle eine Tour anbieten. Wir bezahlen und kriegen erklärt, dass das Boot um 10:30 ablegt, nicht um 9:30 wie Ana geschrieben hat. Das ist erst, wenn sie auf Sommerzeit umstellen. 
Puh, gut, dass dass noch nicht passiert ist. Dann hätten wir das Boot schon verpasst gehabt. 
Jetzt haben wir noch 45 min Zeit und gehen in die Touri Info. Das ist es warm und es gibt eine Ausstellung zur Antarktis. 
Ich renne nochmal schnell ins Hostel... Ohne iPhone kann ich keine Panorama Fotos machen... Und das werde ich brauchen.

Auf's Boot passen nur 10 Leute und Maxi der Guide ist supernett!
Wir kriegen viel mit über das Ende der Welt und die Veränderungen, die der Mensch hierher gebracht hat.








Was kann ich dazu sagen? Das Ende der Welt ist wunderschön! Berge und Meer... Was will man mehr? 
Ok, der Gedanke mit dem Skifahren geht mir nicht aus dem Kopf!

Am Nachmittag fällt es uns ein wenig schwer, uns aufzuraffen. Wir sitzen in der Sonne und geniessen... Aber wir wollen schliesslich noch die Aussicht haben und ein wenig spazieren gehen. Da Ushuaia superstaubig ist und wir auch schon ein wenig spät dran sind, lassen wir uns zum Teleferico - Lift - mit dem Taxi fahren und wandern von hier los, der guten Aussicht entgegen... 

SCHNEE!!! Hier liegt er noch und sogar so, dass man zumindest einmal runterfahren könnte...


Das Hochlaufen im Schnee ist ziemlich anstrengend und nicht gerade das Beste für meinen Knöchel, bzw. die Sehnen. Die 40 min bis zum oberen Ende des nicht funktionierenden Lifts schaffe ich aber und wir wollen sogar noch höher. Die Aussicht von der Ana gesprochen hatte, schaut anders aus. 

Von hier geht es aber nur weiter in die Berge rein. Wir sind wohl wo ganz anders als sie uns hinschicken wollte. Egal. Schön ist es hier auch. :)

Wir wollen über die Baumgrenze. Aber dafür müssen wir noch einiges höher und das ohne einen weiteren Weg. Nur ein Wanderer hat vor uns schon einen Pfad - naja, Fussstapfen - getrampelt, steil den Berg hoch. Denen folgen wir jetzt. 


Je höher wir kommen, umso schwieriger wird es, voranzukommen und hinter uns geht die Sonne langsam unter. Ich schaue nach oben und glaube nicht, dass die Aussicht von dort die ist, die wir uns erhoffen. Ausserdem tut mein Fuss jetzt ganz schön weh. Gut ist nur, dass er durch den Schnee, in dem wir nun fast knietief stecken, gleich gekühlt wird. :)

Ich will nicht mehr weiter und kehre lieber um. Vor dem Runtergehen habe ich schon ein wenig Schiss. Wenn wir hier ausrutschen, haben wir keine Möglichkeit zu bremsen und rutschen volle Kanone in die Bäume. Das will ich uns ersparen. Für Yvonne, die glaube ich wirklich gerne ganz hoch wäre, tut es mir leid, aber ich fühle mich nicht mehr sicher.

Wir steigen ab und die beste Methode ist es, eine eigene Spur in den Schnee zu stapfen. 

Jetzt laufen wir in der Skipiste nach unten. Das ist etwas ganz Neues für mich. Ich war noch nie auf einer Piste ohne Ski und könnte heulen, dass ich meine Skistiefel nicht mitgebracht habe. Dann wären die Tage hier anders verplant. Das ist sicher.
Ein paar Snowboardanfänger fallen neben uns den Berg herunter... Snowboarder halt... Sitzen mehr als dass sie fahren. :)


An meiner Stelle fährt Pia ein wenig...


Wieder unten würden wir eigentlich gern mit dem Taxi in die Stadt zurückfahren, aber natürlich ist hier kein Taxistand. Ein paar Skateboarder wagen es und fahren - einer liegend, einer stehend - die sehr kurvige Strecke nach unten. Die Snowboarder packen ihre Sachen weg und fahren los und wir machen uns zu Fuss auf den Weg. Ein Hund läuft mit uns mit, wie ein Aufpasser. Er weicht uns nicht von der Seite... Hier in Argentinien gibt es unglaublich viele Hunde, die scheinbar keinen Besitzer haben. Trotzdem schauen sie nicht verwahrlost aus, sondern sind alle sehr gepflegt, so auch unser neuer Kumpel. 

Das wird ein laaaaaanger Spaziergang und die Sonne verschwindet schon hinter dem Berg. Es wird kalt. Ein Taxi fährt von oben kommend leer an uns vorbei. Mist!
Doch es naht Rettung. Jemand lässt sich hochfahren und wir geben dem Taxifahrer zu verstehen, dass wir gerne nach unten möchten. Er kommt gleich wieder... So lange laufen wir weiter nach unten und geniessen die Aussicht über das Meer und die verschneiten Berge. Das ist schon ziemlich cool!

Im Hostel tue ich dann das Verbotene. Ich wasche meine Schuhe in der Dusche... Dafür habe ich mir sogar extra eine Bürste gekauft und danach wage ich es, sie im Zimmer an die Heizung zu stellen, die übrigens auch mehr als gut warm ist, wenn man sie komplett ausmacht. Letzte Nacht hatten wir mit den 2 Ami-Jungs  bei uns im Zimmer eine richtig gute Sauna.
Hier wird überall so geheizt, dass man locker im T-Shirt da sitzen kann und wenn man rausgeht, trifft einen der Schlag. 











Friday, October 3, 2014

02. Oktober Wandern im Feuerland Nationalpark

Der grosse Wanderer war ich ja noch nie. Heute wache ich zu allem Übel mit Kopfweh auf. Das liegt hoffentlich nur daran, dass ich gestern sehr wenig getrunken habe. Auch sonst fühle ich micht nicht bestens, aber den Nationalpark will ich mir auch nicht entgehen lassen. Um 10 geht's los und mit 2 Kaffee gestärkt, schaffe ich das schon. Vorsichtshalber nehme ich eine Tablette...

Bevor wir losfahren, erklärt ein Guide, der dann wieder aussteigt, welche Wege begehbar sind und welche nicht. Eigentlich sind es wirklich nicht viele, aber lohnen sollte es sich hoffentlich trotzdem. Nach einer Stunde Ruckelfahrt hält der Busfahrer und erzählt in schnellem Spanisch etwas von einem Weg, den man von hier gehen kann, oder aber er fährt einen noch weiter und man kann da seine Wanderung starten. Alle steigen hier aus, also gehen wir auch. Eigentlich hatte ich auf eine Toilette gehofft, aber vor heute nachmittag werde ich wohl keine sehen. Das heisst ... Wild pinkeln... :)
Wir lassen uns zurückfallen, machen ein paar Fotos und ich verkrieche mich hinter einen Busch. Und schon knackt es in Wäldchen vor mir und 2 Touristen kommen aus dem Gehölz. Zum Glück sind sie auf den Weg - nein, auf ihre Schritte, denn auf den Weg sind sie nicht - fokussiert und sehen mich nicht. 

Bis zum Lapataia See sind es nur 20 min. Die Aussicht ist schön und hier ist schon wieder das Ende. Das Ende der Ruta 3, die durch ganz Argentinien führt. 


Wir hätten gern ein Foto von uns und dem Schild. Doch bevor wir schauen können, welcher Europäer in der Nähe ist - Erklärung folgt - kommt ein Argentinier auf mich zu und fragt, ob ich ihn fotografieren könne. Klar!
Er gibt mir genaue Anweisungen, wo er stehen wird und wie das Bild aussehen soll. Kein Problem. Ich fotografiere ihn ein paar mal und er scheint happy mit dem Ergebnis. Jetzt bietet er uns denselben Service an und wir nehmen dankend an. 
Er macht 2 Fotos, wir bedanken uns und laufen weg. Zur Sicherheit schaue ich sie nochmal an. Zum Glück! Er hat es doch tatsächlich geschafft, das Schild abzuschneiden und zwar auf beiden Fotos! 
Was ist der Sinn und Zweck von einem Foto neben einem solchen Schild? Die Antwort sollte international dieselbe sein, aber ganze Völkergruppen haben das noch nicht verstanden. Wenn ich an einem schönen Ort bin und ein Foto von mir machen lassen möchte, dann sollte erkennar sein, wo ich bin. Portraits von mir kann ich auch daheim machen lassen. Da brauche ich nicht um die halbe Welt zu fliegen. Ich raste wirklich aus...
Das machen wir doch gleich nochmal. Ich kralle mir den Nächsten, stelle ihn genau da hin, von wo aus ich das Foto gern gemacht hätte und verbiete ihm, am Zoom zu drehen. Ich erkläre ihm genau, was alles auf dem Bild sein muss und stelle mich dann neben die schallend lachende Yvonne. 
Das Ergebnis lässt sich sehen! Geht doch!


Die Wanderkarte, die wir am Parkeingang bekommen haben, verdient kaum den Namen Karte. Die wenigen Wege, die es gibt, sind schlecht eingezeichnet und das, was auf den Wegen mit Nummern markiert ist, findet sich nicht so auf der Karte wieder. 
Vom See aus wissen wir nun nicht so recht, wo wir hinlaufen müssen. Wir fragen und ein Busfahrer schickt uns die Strasse entlang bis nach rechts die No 4 abbiegt. Nach ein paar Metern biegt wirklich ein kleiner Weg ab, aber ohne Beschriftung. Ist das nun schon der, den wir suchen?
Wir gehen weiter. Auf einmal kommt nach links die No 5... Also sind wir zu weit gelaufen. Nehmen wir halt den.
Am Biberdamm hoffen wir, die kleinen Kerlchen zu sehen, haben aber kein Glück und so wandern wir querfeldein durch den Wald zu einem wunderschönen Platz für eine Mittagspause. So lässt es sich schon leben.



Irgendwie geraten wir wieder auf unseren Anfangsweg zurück und laut Karte müssen wir jetzt an der Strasse entlang bis zur Confiteria de Lago Roca laufen, von der aus nachher der Bus abfährt. Der Wind wird immer stärker und mir tränen unter der Sonnenbrille die Augen. Wir müssen richtig kämpfen, um noch vorwärts zu kommen. Das macht keinen Spass!
Am Visitor Center suchen wir uns ein windstilles Örtchen um rauszufinden, ob der Bus auch hier fährt. Aber davon steht nichts, also kämpfen wir uns die letzten 500m zum Campingplatz. Von hier aus ginge jetzt noch ein Wanderweg am See entlang, aber ich bin durch. Das Kopfweh ist zurück, der Fuss tut weh und meine Ohren stechen vom Wind. Und schon wieder bin ich es, die aufhören will. Yvonne steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Ich biete ihr an, hier zu warten während sie die 2h noch nutzen könnte, um den Weg zu gehen. Man muss ohnehin denselben Weg wieder zurück wie hin. Ich hätte nichts dagegen hier im Cafe zu warten. Aber alleine will sie auch nicht los. Also fahren wir zurück nach Ushuaia, lassen uns in der Post noch den obligatorischen Stempel in den Pass geben - in der Umschlagseite für mich, damit ich hinten Platz spare - kaufen für's Abendessen ein und legen uns dann erstmal hin.
Die Jungs kommen vom Snowboarden, sind aber nich besonders überwältigt, oder zeigen es nur nicht so.

Ich muss nochmal eine Tablette gegen das Kopfweh nehmen und merke auch die Verspannungen in den Schultern. Mit Finalgon verbrenne ich mir dann nicht nur fast den oberen Rücken sondern unbsichtlich auch die Wange als ich mir mit den Fingern durchs Gesicht streiche, bevor ich die Hände gewaschen habe. 
Da sitze ich nun und blogge, unterhalte mich mit dem netten Schotten und lese ein bisschen. 
Ein Argentinier kommt rein und fängt an mit mir zu plaudern. Leider verstehe ich keinen Ton von dem was er sagt. So mussten sich die Hochdeutschen in Dingolfing vorgekommen sein als die Niederbayern mit ihnen gesprochen haben. :)

Später versanden wir mit dem Deutsch-Schweizer Pärchen bei ein paar 1Liter Flaschen Bier bis uns unser Hostel Drachen aus dem Essbereich vertreibt und wir den Rest im Wohnzimmer trinken müssen. Auch nicht so schlimm :)

Thursday, October 2, 2014

30 September El Calafate nach Ushuaia... Der schönste Flug!

Wenn ein Morgen so anfängt wie der heute, dann kann der Tag eigentlich nur schlimm werden.
Die Abholzeit für den Shuttle zum Flughafen wurde uns für 10:30 genannt. Ramires, unser Host hatte eine Nachricht für uns, dass es schon 10 min früher sein wird. Auch kein Problem.
Wir sitzen beim Frühstück, reden mit Ale, die Neuigkeiten vom gestrigen Fahrer Emi und der Mexikanerin hat, geniessen Kaffee und Kuchen - Gruss an den Brems Clan, das ist nicht nur in Buchenhüll ein akzeptables Frühstück - als Ramires reinkommt und fragt, ob nun doch nur Yvonne zum Flughafen fährt. Der Fahrer sei da und will sie abholen.
Häh???? 1. Nein, wir wollen beide zum Flughafen und 2. Ist es 10... Wir haben noch 20 min, die zumindest ich auch noch brauche. Ich habe noch nicht fertig gepackt und auch noch keine Zähne geputzt. 
Das macht jetzt alles nichts. Der Fahrer ist da und wenn wir mitwollen, dann jetzt.
Wir rennen los, kramen unsere sieben Sachen zusammen, ich stopfe alles nur irgendwie rein, habe die Hälfte noch in der Hand als wir am Anhänger stehen. Der leicht verärgerte Fahrer weist uns auf die Abfahrtszeit von 10 Uhr hin, es ist jetzt 7 nach...
Puh, das war knapp, aber wir haben alles, denken wir. Unsere Empanadas sind noch im Zimmer, das merken wir aber erst am Flughafen. Mit denen wollten wir eigentlich das Aerolineas Box-Lunch Disaster von letzter Woche vermeiden.
Die nächsten werden abgeholt und der Bus macht seine Runde, als der Franzose in grösster Panik dem Fahrer klar zu machen versucht, dass er nochmal zurück muss, weil er sein Handy vergessen hat. Wir sind also nicht die Einzigen, die überhastet aufgebrochen sind.

Und so schaut das dann am Flughafen aus...


Erstmal Zähne putzen und ordentlicher packen. Puh!
Dafür haben wir hier in El Calafate den Kaffee mit der besten Aussicht. Der Flughafen hat riesige Fenster mit Blick auf einen See und dahinter die Berge. Sehr schön. 

Was uns auf dem Flug erwartet - ausser der Aerolineas Lunchbox - hätten wir uns nie träumen lassen... Dieser Flug gewinnt den Preis als "Flug mit der schönsten Aussicht"


Paine Nationalpark




Südspitze der Anden und Anflug auf Ushuaia

Na, habe ich zuviel versprochen?

Welcome to Ushuaia - südlichste Stadt der Welt!

Das Hostel ist zwar super gemütlich, aber die Regeln, die überall hängen, machen es einem ein wenig schwer, sich wohlzufühlen. 
Schuhe am Eingang ausziehen, kein Essen im Wohnzimmer, in der Küche immer alles wegräumen, kein Sex in den Schlafräumen, kein Essen und Trinken in den Schlafräumen, keine Kleider im Waschbecken waschen, die Küche ist von 23-8:30 geschlossen, ohne Ausnahme,...
Wer die Regeln nicht beachtet, wird des Hostels verwiesen. Auch das hängt überall. Nur in den Gemeinschaftsbereichen gibt es Steckdosen, in den Zimmern nicht. Das führt dazu, dass im Wohnzimmer alle an ihren diversen elektronischen Geräten hängen und sich niemand unterhält. Aber egal, wir wollen ja nicht nur im Hostel bleiben sondern was sehen.

Erstmal essen... Im Bananas hat gerade das Champions League Spiel angefangen. Wir erkennen Messi und Neymar und können nach wochenlanger Weltmeisterschaft jetzt auch fachsimpeln... Wir bekommen heraus, dass das dann wohl Barcelona sein muss in den neongelben T-Shirts. Aber für welchen Verein spielt der brasilianische Lockenkopf? Wie hiess der nochmal? David Luiz :)
Bis zum 1:0 müssen wir warten, um zu sehen, dass es Paris St. Germain ist. 
Genug der Glotzerei... Wir wollen Ushuaia sehen, die Sonne scheint und der Wind hält sich in Grenzen. Da laufen wir doch gleich mal am berühmten Schild vorbei und suchen es wo ganz anders... Dafür finden wir ein anderes...


Fast 5000 km sind es bis in die nördlichste Stadt Argentiniens von hier...


Yipiee! Wir haben es noch gefunden. Über die Fotokünste der Südamerikaner werde ich mich bei Gelegenheit noch auslassen...

Im Hostel gibt es eine Küche, also kochen wir heute mal... Naja, wir machen Salat mit Langusten. 
Nach dem ganzen Restaurant Essen ist das eine angenehme Abwechslung...













29 September Paine National Park

Heute bekommt mein Pass wieder 4 Stempel... Der wird auch in Südamerika noch ganz voll...
Wir fahren nach Chile in den Paine Nationalpark und schauen uns die berühmten Torre del Paine an. Noch ist es ein wenig bewölkt, aber wir hoffen auf's Beste als wir um kurz nach 7 in den kalten MiniBus einsteigen. Am Plaza Hotel werden wir "umgeladen" in einen LKW mit Kabine. Hier gibt es nur noch einzelne Sitzplätze und so lande ich neben Marta, einer älteren Dame aus Buenos Aires. Heute werde ich noch viel Spanisch lernen. :)
Matias, unser 2m Argentinier und Guide erklärt alles auf Englisch und Spanisch, was die Sache auch für mich ein wenig entspannter macht. Eigentlich ist der Nationalpark nur 70km Luftlinie von el Calafate entfernt, aber da ist ein Bergmassiv dazwischen, dass wir jetzt erst einmal umfahren müssen. Die erste Stunde ist noch alles super, die Strasse in bestem Zustand. Dann biegen wir auf die alte Route 40 ab, die keinen Asphalt hat. Die Jungs steigen aus und lassen erst einmal luft aus den Reifen. Wir merken hinterher wirklich kaum etwas von der schlechten Strasse und Emi ist wirklich ein guter Fahrer. Er kennt die Strecke und seine Schlaglöcher genau.

Nach 2.5h sind wir an der argentinischen Grenze. Es schaut alles eher so aus wie im tiefsten Afrika. Und es gibt sogar eine Kette, die erst dann geöffnet wird, wenn man auch wirklich durchfahren darf. 
Matias hatte uns schon gewarnt, dass die Toilette hier kaputt ist und wir bis Chile warten müssen, aber das ist nicht das Einzige, das hier kaputt ist.
Als wir nach 45 min endlich ins Zöllnerhäuschen gerufen werden - bis jetzt wurde der Bus abgefertigt - ist es da drin genauso kalt wie draussen. Wir stellen uns in der Reihenfolge, in der wir auf der Passagierliste auftauchen, auf und warten wieder. Der Passkontrolleur ist allein und sein Zollkollege hilft auch nicht bei der Abfertigung, sondern schaut sich das Schauspiel in seinen dicken Parka eingepackt an.
Als ich an der Reihe bin, stelle ich fest, dass der Kollege überhaupt keinen Strom hat. Er kontrolliert im Dunkeln die Pässe, vergleicht die Nummern mit der Liste und stempelt. Das ist hier wirklich wie im Mittelalter.


Eine Stunde haben wir hier verloren. :( und jetzt fängt es auch noch zu schneien an.
10 min später sind wir an der chilenischen Grenze. Hier geht alles etwas professioneller zu. 
Matias hat uns ja noch in Calafate darüber aufgeklärt, dass wir keine frischen Sachen wie Obst und Gemüse mit nach Chile nehmen dürfen.  An der Grenze in Argentinien stehen dann einige aus unserem Bus da mit ihren Bananen und Äpfeln und wissen nicht wohin. Wir fragen uns warum sie das nicht noch gegesse haben. Jetzt stehen wir in der chilenischen Schlange und ich merke plötzlich, dass wir Empanadas dabei haben. Aus Angst, dass sie uns weggenommen werden, essen wir sie auf der Stelle. Hmmmm, Caprese- und Spinattaschen zum Frühstück.
Der Grenzbeamte ist supernett, lacht gleich als er sieht, dass ich aus Deutschland komme und fragt woher genau. Als ich München sage, fragt er mich ob ich Neuer kenne... Er ist also informiert. :)

Beim ersten Aussichtspunkt sehen wir nicht viel... D.h. wir sehen schon genug, aber eben nicht die 3 Spitzen für die der Nationalpark so bekannt ist. Das tut der Schönheit des Parks aber über den Tag verteilt keinen Abbruch...


Wir lernen viel über die Entstehung dieses Bergmassivs und halten immer wieder für tolle Fotos an.




Heute fällt es mir wirklich schwer, mich für nur wenige Fotos zu entscheiden... Und beim Anblick der vielen verschneiten Berge kann ich kaum noch an etwas anderes als Skifahren denken. Yvonne wird bald verrückt mit mir.

Mittag machen wir an einen Wasserfall, der zwar sehr schön ist, nach Iguazu und im Vergleich zu der landschaft, in der wir sind, aber ein wenig untergeht.

Am Nachmittag machen wir noch eine kleine Wanderung an einen See, an dem Matias die Entstehung der Spitzen erklärt. "Solche Hörner" gibt es überall auf der Welt und auch Hörner, die darüber reden. :)




Und bevor wir wieder zurückfahren, geraten wir noch in einen Guanaco Modeling Contest.


Die eine Seite... Guanaco eingebettet im Bergpanorama...


Die andere Seite... Ein Guanaco, das sich uns von allen Seiten zeigt. :)
Yvonne kommt endlich auf ihre Kosten und kann aus der Nähe fotografieren.

Jetzt legen wir einen Zahn zu, damit wir es bis gegen 9 nach El Calafate zurück schaffen. Trotzdem halten wir noch schnell vor der Grenze an einen Coffeeshop an, in dem es nicht nur einen sehr netten Veräufer gibt, der für jeden ein Kompliment hat, sondern such genau die Sorte "Souvenirs", die ich aus ganz Südamerika kenne, nur noch nicht aus Argentinien.
Es gibt also noch Hoffnunf für ein paar bunte Geschenke :)

An der Grenze ist der Chilene immer noch derselbe und dieses Mal steht Matias mit am Fenster als ich ihm meinen Pass entgegenstrecke. Er lacht wieder und fängt sofort an üer Fussball zu reden und wie gut wir sind und scherzt mit Matias, dass sich die Argentinier an den Deutschen ein Beispiel nehmen sollten. Er nimmt meine Hand und gratuliert mir zur Weltmeisterschaft. Ich lache mich halb kaputt. 
Dann meint er noch, die Deutschen seien toll, die Männer, aber die Frauen natürlich auch.
Hoffen, hoffen, dass die Argentinier dieses Mal ein wenig schneller sind... Und ja, das sind sie, aber immer noch ohne Strom. Ich erkläre dem Kollegen genau, wo er hinstempeln darf, damit er ja keinen Platz verschwendet und Yvonne hat ihr eigenes Erfolgserlebnis. Sie liest ihm ihre Passnummer auf Spanisch vor. 

Jetzt aber schnell nach Hause... Da haben wir die Rechnung ohne die argentinische Polizei gemacht. Mitten im saukalten Wind stehen sie auf der Strasse und halten all - die wenigen, die sich hierher verirren - Autos an.
Eine Beamtin kümmert sich um die peinlich genaue Kontrolle aller unserer Pässe, zwei durchwühlen die Taschen unserer drei Guides und die stehen draussen während noch ein paar andere sich das Auto genau anschauen. Das ganze Spiel dauert gute 20 min.

Weil wir nun schon sooo spät sind, trauen wir uns nicht zu fragen, ob wir für den wirklich spekatulären Sonnenuntergang nochmal anhalten. 
Die Sonne ist gerade unter den Wolken rausgekommen und das Farbenspiel ist unbeschreiblich. Wir verrenken uns die Hälse nach hinten um möglichst viel zu sehen.
Und dann - als die Sonne schon knallrot ist - kommt das noch nie Gesehene. Sie verschwindet zur Hälfte hinter den Bergen und wirft einen unglaublichen Schatten über den Himmel. 
Ich habe das gerade gegoogelt, aber leider kann ich kein einziges vergleichbares Foto finden...

Um 9 sind wir in El Calafate und besorgen uns nochmal Pasta, die wir im Hostel essen wollen.
Gemeinsam it Ale, einer supernetten Argentinierin trinken wir Wein und freuen uns, dass wir so einen wunderschönen Tag hatten.
Da haben sich die 4 Stempel im Pass wirklich gelohnt!





28. September Ein fauler Sonntag!

Eigentlich wollten wir ja Ice-Hiking machen. Die Tour ist aber superteuer und das was wir dafür kriegen rechtfertigt unserer Meinung nach den Preis nicht. Also beschliessen wir einen faulen Sonntag zu machen, erstmal auszuschlafen und einfach mal zu geniessen. 

Das hat super geklappt. Ein Tag voller Fotos, ein wenig Internet, lesen und bloggen...


Und beim Spaziergang durch El Calafate sind wir sogar noch in die Frühlingsparade gelaufen.






Wednesday, October 1, 2014

27 September Perito Moreno - der Gletscher, der noch wächst

Um 7 quälen wir uns aus dem Bett, damit wir es rechtzeitig zum Bus schaffen, der ja um 8 fährt - Kommt der Sarkasmus durch? - Wir sind schon ein wenig spät dran und da ereilt mich dasselbe Schicksal wie in Uyuni in Bolivien letztes Jahr. Dank des vielen Staubs der letzten Tage - und hier auch noch wegen der trockenen Heizungsluft - bekomme ich Nasenbluten und Yvonne muss alleine los und sich mit ihrem bisschen Spanisch um die Tickets kümmern.
Eigentlich mag ich den Lonely planet ja. Aber die erst im August rausgekommene Argentinien Version hat jetzt schon viele Fehler. Nicht nur, dass der Bus am Nachmittag nicht fährt, was uns fast schon einen Tag gekostet hätte, vieles - inkl. des Busses - kostet um einiges mehr, was wohl an der Wahnsinns-Inflation liegt. Und dann kommt noch hinzu, dass der Bus auch erst um 9 fährt. D.h. wir sind umsonst so früh los :(
Der nun obligatorische Spaziergang durch El Calafate am frühen Samstag morgen fällt verständlicherweise recht langweilig aus und wir trinken lieber im Hostel nochmal einen Kaffee bevor wir um kurz vor 9 wieder einen Versuch starten. Immerhin treffen wir auf Ale, eine lustige Argentinierin, die heute das Minitrekking macht und verabreden uns für heute abend zum Fotos austauschen.
Wir laufen von hinten ins Busterminal und sparen uns die 5Pesos, die die Benutzung des Terminals kostet... Das gibt es auch nur in Südamerika. :)

Auf dem Weg zum Gletscher sehen wir Kondore... Das sind mal riesen Vögel!

Schon während wir am See entlang fahren, sehen wir immer wieder Eisbrocken schwimmen und sind total aus dem Häuschen. Am liebsten würden wir den Fahrer fragen ob er anhält, damit wir ein Foto nach dem anderen machen können. Noch haben wir keine Ahnung, was uns da wirklich erwartet. Es stellt die kleinen Eisberge im See auf jeden Fall in den Schatten!




Wir machen die Bootstour, die sich aber nicht wirklich lohnt. Man fährt nur ein kleines Stück näher ran von einer Seite, so viel Vorteil bringt das aber nicht. 180 Pesos, die wir auch hätten anders investieren können, aber jetzt sind wir schon auf dem Boot, also geniessen wir es auch :)

Jetzt haben wir sen ganzen Nachmittag um uns einen windstillen Ort zu suchen und auf den Gletscher zu starren, der hoffentlich ein paar mal kalbt. Die Stelle ist schnell gefunden, nur tut sich jetzt nichts. Gemeinsam mit einen argentinischen Pärchen starren wir gebannt auf die weissblaue - und nein, wir sind nicht in Bayern - Wand. Wir überlegen wo die Chancen am grössten sind und einigen uns auf den schiefen Turm von Pisa, ganz rechts, eine Platte, aus der gerade schon ein Stück abgebrochen ist und eine Zinke, die ein wenig wie ein Bär aussieht. Eins von den dreien wird heute noch brechen und wir sind hoffentlich dabei. 
Minuten um Minuten vergehen und viele Basketball-grosse Stücke fallen mit grossen Getöse ins Wasser, aber spektakulär sieht anders aus. 
Der Argentinier lacht schon weil wir so ungeduldig sind und verspricht, dass es um 3 passiert, in 20 min. Er wettet sogar 10 Pesos drauf.
Also suche ich mir ein sonniges Plätzchen und lege mich hin, Kamera schussbereit.


"Ich bin bewegunsgunfähig. Wenn jetzt was passiert, kann ich nicht aufstehen!" Ich habe den Satz noch nicht ganz zu Ende gesprochen als es laut rumpelt. Natürlich bin ich sofort auf den Beinen. Das Stück, das gerade rausgebrochen ist, war aber so weit links, dass wir es ohnehin nicht sehen konnten. Also lege ich mich wieder hin.
Um Punkt 3 stehen wir auf und fragen den Argentinier, was jetzt ist... Er lacht, aber so Unrecht hatte er nicht. 5 nach 3 bricht ein mässig grosses Stück ab. Das ist doch schonmal ein Anfang. :) 45 min haben wir noch bis zur Abfahrt des Busses.
Ein Eisbrocken der im See schwimmt, dreht sich plötzlich und zeigt uns, dass das Stück, das wir bisher gesehen haben, nur ein Bruchteil des Ganzen war. Tiefblau schimmert die Unterseite jetzt über dem Wasser. 


Jetzt passiert nicht mehr wirklich was. Die geplanten Stücke brechen nicht raus und es werden weniger und weniger Menschen. Die Argentinier gehen und auch die Ecuadorianer sind schon auf dem Weg nach oben, aber wir wollen uns nicht losreissen.
Kurz vor knapp laufen auch wir los, immer mit Blick auf den Gletscher, um ja nichts zu verpassen. 
Gerade als wir uns einig sind, dass es wohl nichts mehr wird, bricht direkt vor unseren Augen ein riesen Stück ins Wasser. Die Lautstärke ist überwältigend!
Wir haben es doch noch gekriegt!