Tuesday, September 23, 2014

19 Sep Jesuit Missions, ein UNESCO Weltkulturerbe

Als ich aufwache, regnet es immer noch :( also lasse ich mir Zeit, frühstücke in aller Ruhe, schreibe ein wenig und trinke Kaffee.
Gegen 12 hört der Regen auf und ich schaue mir ein bisschen die Stadt an bevor ich zu den Jesuit Missions fahre. Ich finde ein deutsches Monument und habe ohnehin schon viele deutsche Strassennamen entdeckt. Ausser den Parque de Armas, der nicht besonders schön ist, kann man in Encarnacion nicht sehr viel anschauen. 
Mit einen lokalen Bus fahre ich nach Trinidad. Hier kommt das richtige Südamerika Feeling auf. Alle paar Meter steigt jemand ein und will etwas verkaufen. Parfums, Scheren, Bücher, Feilen, Nagelclipper, Stifte, alles was das Herz begehrt und natürlich jede Menge Essen.
Vor mir sitzt ein Touri Pärchen und wir steigen an derselben Stelle aus. Die Missions sind 10 min von der Strasse entfernt und wir scheinen heute die Einzigen zu sein. Wir schauen einen kleinen Film an und gehen dann auf's Gelände, auf dem alte Ruinen von einem Kloster stehen. Das ist alles wunderschön und eigentlich noch gut erhalten. Kein Wunder, dass die UNESCO es zum Weltkulturerbe gemacht hat und eigentlich schade, dass es so wenig besucht wird. 
 

Mit den Franzosen fahre ich im schlimmsten Taxi nach Jesus zu einer anderen Mission, die zwar viel kleiner, aber nocb besser erhalten ist. 

Der Fahrer wartet auf uns und hält auf dem Rückweg noch schnell bei der Autowerkstatt... Dringend nötig meiner Meinung nach. Die Kupplung stinkt gewaltig und es scheint als ob das auch das Problem ist. 2 min und wir fahren weiter. Hier gehen Reparaturen einfach schneller. 
Am Strassenrand steht ein Mädel, das wir auch noch einladen. Hier hilft eben jeder jedem.

Im Bus zurück bezahlt jeder von uns einen anderen Preis. Ich muss 9000 bezahlen, die beiden Franzosen 10000 und die Einheimischen 7000. Nicht fair, aber so läuft es.
Wir merken alle drei, dass wir noch nichts gegessen haben und die beiden wollen unbedingt zu Burger King. Da will ich nicht hin und will mich schon von ihnen trennen, als Christelle doch auch paraguayanisches Essen will. Also fragen wir am Strand unten - der Blick nach Argentinien ist unbezahlbar! - wo wir typisches Essen kriegen können. 

20 min ausserhalb vom Stadtzentrum. Das kommt mir komisch vor, aber ich folge den beiden. Um 9 abends stapfen wir durch sehr dunkle Strassen und suchen die Restaurants, aber alles was wir sehen sind geschlossene Marktstände an einer dreckigen Strasse. Von Restaurants ist weit und breit keine Spur. Christelle hat sich die Adresse des Markts geben lassen. Dass der um diese Uhrzeit aber schon zu haben könnte, hat sie nicht bedacht. Da es hier sonst nichts gibt und wir alle schon ziemlich knatschig sind vor Hunger, enden wir mit einem alten Mercedes Taxi doch noch bei Burger King :(
Wenigstens ist mein Hotel gleich gegenüber.
Und was lerne ich am Ende des Tages? Stapfe nie über einen nicht geteerten Parkplatz wenn es 2 Tage geregnet hat. Meine Schuhe sind so dreckig, dass ich sie noch vor dem Betreten des Hotels ausziehe und danach in der Dusche noch nasser mache als sie schon sind. Mit dem Föhn bin ich 1h beschäftigt, um sie einigermassen wieder trocken zu kriegen. Wirklich sauber werden sie wohl auf diesem Trip nicht mehr. Die rote Farbe der Erde hat sich ins Material gefressen.
Trotzdem hat sich der Tag gelohnt!

Monday, September 22, 2014

18 September Nicht mein bester Tag

Mal abgesehen davon, dass die Nacht sehr, sehr kurz war und die Mischung aus Bier und Wein nicht unbedingt günstig, hasse ich es früh aufzustehen. Ohne Kaffee mache ich mich nach einer schnellen Packaktion auf den Weg zum Busterminal.
Die einstündige Fahrt zum Flughafen wird mir vom netten Busfahrer durch einen Queen-Memorial Radiosender vertrieben. Alle die einsteigen, haben die übliche dekorierte Kanne heisses Wasser und den Becher mit Mate-Tee dabei. Das waren wohl immer schon die Vorboten der heutigen To Go Kaffeekultur. 
Die Fahrt durch die Vororte von Montevideo ist schön. Auch wenn mir immer wieder die Augen zufallen, sehe ich doch nochmal eine andere Seite der Stadt. Als wir am Flughafen ankommen, verstehe ich endlich, was es mit dem UFO auf den Postkarten zu tun hat. Das Flughafenterminal ist nagelneu und schaut aus wie ein gelandetes UFO. Sehr schön. Innen geht der Check-In dank der wirklich wenigen. Leute und auch Flüge, die hier gehen, superschnell und ich bin mein Gepäck los. Der nette Kollege erklärt mir, dass mein Gepäck bis Posadas durchgecheckt ist und ich in Buenos Aires nichts machen muss. Ich erkläre ihm auf Spanisch nochmal was ich verstanden habe. "Buenos Aires kein Gepäck, nur Transfer von meiner Person, das Gepäck sehe ich erst in Posadas wieder" Genau. Er nickt zustimmend und ich bin happy. 
Endlich kann ich mich dem wichtigsten Thema eines jeden Morgens widmen. Dem Kaffee... :)
Mc Cafe ist gleich gegenueber und der Kaffee dort schmeckt gut. Ausserdem haben sie Sofas und ich noch genügend Zeit für ein paar Blogeinträge bevor ich zu einem der 15 Gates muss, die der Flughafen hat.
Ich setze mich, trinke Kaffee, wache auf, lese und geniesse die Zeit. Als ich zum Gate muss, stehe ich auf, checke ob ich alle 7 Sachen habe und kriege einen riesen Schreck. Mein Gepäck ist weg! Ich schnappe meinen kleinen Rucksack und renne wie wild herum auf der Suche nach meinem Grossen Rucksack. Ich versuche den Mitarbeiterinnen klar zu machen, dass sie den doch bemerkt haben müssen und frage, wo heimatlose Gepäckstücke hingebracht werden. Jeder sieht mir die Panik an. Gerade mal 3 Tage auf Tour und schon ist das Gepäck weg!!! Ich bin kurz vor dem Ausflippen als die eine Mitarbeiterin mir mein Flugticket aus der Hand nimmt und lachend auf den Gepäcksticker zeigt. Ja klar, ich habe den Rucksack eingecheckt. Puh!!!
Jetzt brauche ich auch keinen 2. Kaffee... Ich bin wach!
Würde man denken. Aber als Erstes vertreibe ich im Flieger noch meinen Sitznachbarn von seinem Sitz weil ich der festen Meinung bin, dass D am Gang ist und nicht am Fenster. Nur mit Mühe kann der arme Mann mich davon überzeugen, dass er richtig sitzt. Ich setze mich also ans Fenster und bn ruhig. Alles lles andere hätte mich auch wahnsinnig geärgert im nachhinein.
Der Abflug aus Montevideo ist ein Traum. Wir fliegen über die Stadt und dann an der Küste entlang, so dass ich noch einmal die volle Pracht meines Kindheitstraums bewundern kann. Was für eine schöne Erfahrung, auch wenn Montevideo sicher keine Stadt ist, in der ich leben könnte. 
Nach nur 30min, die ich schlafend verbringe, landen wir auf dem City Airport von Buenos Aires, auch keine schlechte Aussicht.

Ich steige aus und folge den Transfer Schildern. Aber ich werde gestoppt. Das gilt nur für internationale Weiterflüge. Weil ich ja innerhalb von Argentinien bleibe, muss ich zur Passkontrolle und auch durch den Zoll. Ich wundere mich schon, wie die das in Posads lösen werden, wenn ich da mein Gepäck bekomme aber national geflogen bin, aber für den Moment ist mir das egal. Ich reise also zum 2. mal in Argentinien ein und stelle mich ohne auf das Gepäckband zu kucken wieder in einer der superlangen Zollschlangen an. Beim Zurück in Richtung Ausgang schaue ich aus Langeweile auf die Gepäckbänder im hinteren Bereich und da sehe ich doch glatt meinen Rucksack seelenallein die Runde machen. Von wegen den sehe ich erst in Posadas wieder! Ich renne hin und hole den Rucksack zu mir. Da hat mir der Kollege also. Mist erzaehlt und ich habe es Gott sei dank gerade noch bemerkt. Also fülle ich jetzt such wieder einen Zollzettel aus, auf dem man übrigens auch angeben muss, welches Telefonmodell man mit ins Land bringt und lasse alles scannen. Auch dieses Mal schaut keiner den Zettel oder aber das Röntgenbild an und ich frage mich, warum sie sich die Mühe denn überhaupt machen.
Draussen im Flughafen suche ich mir einen Aeralineas Schalter und gebe das Gepäck schliesslich bei Übergrösse ab, weil dort die Schlange am kleinsten ist. Das wird akzeptiert und ich kann mich gleich wieder anstellen, um ans Gate zu kommen. 
Zwischendrin noch ein Snack und schon sitze ich im 2. Flieger nach Posadas an der paraguayanischen Grenze. Hier verschlafe ich sogar schon den Start, so müde bin ich.
Mein Sitznachbar hat bei der Landung noch mein Sandwich in der Hand, das ich ihm dankend überlasse.
Aus dem Flieger raus werde ich schon auf dem wirklich kurzen Weg zum Terminal nass. Es schüttet wie aus Eimern und auch mein Rucksack kommt nass auf dem Gepäckband angefahren, das direkt auf der anderen Seite des Wellblechs beladen wird.

Erst jetzt merke ich, dass ich in Argentinien bin und keine Pesos habe. Ausser USD und EUR habe ich gar nichts mehr. Eine Wechselstube gibt es hier nicht und mich überkommt schon wieder ein wenig die Panik. Wie komme ich denn hier weg? Warum habe ich nicht in Buenos Aires getauscht? Auf die Idee einfach zum Geldautomaten zu gehen, komme ich erst später. Meinen 100Peso Schein (nicht mal 10 EUR und der grösste, den es hier gibt) will der Busfahrer nicht wechseln. Die Fahrt kostet nur 6. Er lässt mich aber freundlicherweise bei einem Restaurant aussteigen, wo ich eine Wasserflasche kaufe und nun kann ich mit dem kleinen Wechselgeld meine Busfahrt im "Klapperer" bezahlen. Es ist schon unglaublich, was für Busse hier noch als fahrtauglich erachtet werden.
Es schüttet ohne Ende...
Da ich auch den Lonely Planet nicht gelesen habe, lasse ich mich zum Busterminal bringen, von dem ich hoffe, einen Bus nach Encarnacion in Paraguay zu kriegen, auf der anderen Seite des Flusses. Das sollte ja nicht sooo lange dauern. Well,... Da habe ich die Rechnung mal wieder ohne die Südamerikaner gemacht.
Zum einen kommt ewig kein Bus und das Terminal ist menschenleer. Und zum anderen sehe ich jetzt im lonely planet, dass die Busse über die Grenze im Zentrum abfahren. Bei dem Regen will ich jetzt aber nicht nochmal in einen lokalen Bus umsteigen, der auf der anderen Seite abfährt, wo ich wieder durch den Regen muss. Also warte ich auf den versprochenen Bus in 20 min. 40 min später kommt er auch schon und wir sind zu dritt - für den Anfang. Bis der Bus sich durch die Stadt geschlängelt hat, habe ich nicht nur meinen Sitz aufgegeben sondern auch den meines Rucksacks und stehe nun mit einem Rucksack vorne und einem hinten aufgeschnallt gedrängt zwischen den Massen, umfallen unmöglich.
An der Grenze wirft uns der Busfahrer raus und wir müssen alle ins Zollgebäude. Ich bekomme meinen Ausreisestempel für Argentinien, den 2. innerhalb von wenigen Tagen. Im Regen stehen wir jetzt alle an, um wieder in den Bus einzusteigen, aber die Schlange ist so lang, dass sie 2 Busse füllt, bevor ich es schaffe, wieder in einen reinzukommen. Dass ich mittlerweile komplett nass bin, steht ausser Frage. Mir läuft das Wasser trotz Mütze an der Kopfhaut runter. 
Über die Brücke zuckeln wir jetzt im Schritttempo mit allen anderen Bussen und Autos und müssen für die paraguayinsche Kontrolle wieder raus. Dieses Mal bin ich aber die Einzige, weil ausser mir wohl nur Einheimische unterwegs sind. Ich sprinte mit allem angeschnallten Gepäck rein, der Zöllner ist extrem uninteressiert und fragt nur, wo ich jetzt herkomme, Bang! Habe ich den Stempel im Pass. Meine Daten wurden nicht kontrolliert, Fingerabdrücke, Foto,... so oder so nicht.
Und ich bin in Paraguay!
Der Bus hat die Tür zu und schlängelt sich durch das Autochaos an der Grenze. Ich renne hinterher, werde fast von einem Auto angefahren und schaffe es zur Vordertür. Leider ist die so beschlagen, dass mich niemand sieht, aber zum Glück - wie alle Bustüren in Südamerika - schliesst sie nicht, also brülle ich und schon geht die Tür auf. Platz gibt es für mich und meine Rucksäcke eigentlich nicht, aber das geht schon irgendwie und mein Rucksack wird mehrmals in die Tür eingeklemmt bis sie zugeht. Der Busfahrer ist supernett und lacht jedes Mal wenn jemand aussteigen will. D.h. dass ich rückwärts in den Regen und meistens auch gleich in eine riesen Pfütze steige, der Passagier aussteigt und ich mich dann wieder hochhieve. Das Sportprogramm für heute ist nach dieser Busfahrt abgehakt.
Von einer hübschen Passagierin bekommt er dauernd Mate-Tee. Sie trinken gemeinsam aus dem Becher und ich reiche ihn hin und her. Das ist hier wohl üblich, den Busfahrer und andere Fremde mit Tee zu versorgen. Noch ca. 10 mal mache ich meine Sportübungen bis ich endlich einen Platz an einer Stelle ergattere, an dem ich nicht mehr dauernd aussteigen muss. Und schon sind wir am Terminal. Ich steige aus, tausche 20 USD in 85000 Guarani. Jetzt bin ich reich. :)

Die Suche nach einer Unterkunft gestaltet sich als schwierig und am Ende steige ich in ein Taxi und lasse mich zum empfohlenen Hotel am Fluss bringen. Ich habe keine Lust im Regen noch weiter zu suchen. Bisher bin ich nicht beeindruckt, aber das könnte mit dem Wetter zu tun haben. 
Im Zimmer erstmal Heizung an und heiss duschen. Jetzt geht es schon besser und als der Refen nkurz nachlässt, laufe ich ins Zentrum zum Essen. Endlich Salat! Und nein, ich habe nicht darauf geachtet mit welchem Wasser er gewaschen wurde. Alles ging gut :)
Auf dem Rückweg sind die zum Teil gefliesten Gehwege so rutschig, dass es mich vor einem Friseursalon erstmal ordentlich hinhaut und ich rutsche den leicht abschüssigen Teil komplett hinunter. Das Ende eines wenig erfolgreichen Tags. Hoffentlich ist es morgen besser.



Thursday, September 18, 2014

16 Sep Das grösste Steak

Der Jetlag ist überwunden. Nach einem kurzen Hallo Wach um 7, mache ich das nächste Mal um 9 die Augen auf, genau richtig zum Frühstück. Aber zuerst duschen... Und entgegen meiner Befürchtungen ist das eine angenehme warme Brause.
Sarah ist auch schon wach und wir reden beide erst nach der ersten Tasse Kaffee. :)
Sie will noch einen Tag bleiben, auch wenn sie sich noch nicht sicher ist, was genau sie machen will. Wir haben ja gestern schon alles gesehen.
Egal. Ich mache mich auf nach Montevideo und bin wieder mal positiv überrascht. Der Bus ist nagelneu und hat Wifi. Es ist wirklich erstaunlich und auch ein wenig traurig, wie wichtig das zu sein scheint heute, aber auch ich kann mich nur schwer losreissen.
In den 3h Busfahrt sitzen gefühlte 50 unterschiedliche Leute neben mir. Der letzte, der ca. 1h vor Ankunft einsteigt, ist der der am längsten sitzen bleibt und leider auch den unangenehmsten Geruch mitbringt. Ich spare mir die Details. :)
Montevideo scheint auf den ersten Blick ziemlich reich, die Massen an Wellblechhütten, die man normalerweise am Rande jeder südeamerikanischen Stadt durchkämmen muss, um ins schönere Innere zu gelangen, scheinen hier nicht zu existieren. Wellblech sehe ich nur selten.
Das Macanudo Hostel liegt super zentral und ist sehr schön. Brandon, einer der Besitxer zeigt mir alles und ich mache mich gleich auf den Weg in die Stadt. Ich habe tierisch Hunger und der Mercado de la Puerta ist bekannt für sein Mittagessen, also laufe ich los. Dass ich nicht in der schönen Avenida de 18 Julio dorthin laufe, wie alle Touristen - so viele sind es dann auch wieder nicht - bemerke ich  nicht.
Unter Mercado stelle ich mir Obst-/ Gemüse-/ Fleisch-/ Fisch- und andere Stände vor, zwischen denen man für relativ wenig Geld essen kann. 
Weit gefehlt. Dieser Mercado hat nur Restaurants, was ja in meinem Fall im Moment kein Problem ist. Ich merke allerdings, dass ich um 16 Uhr mit dem Mittagessen ein wenig spät bin. Viele räumen schon zusammen. Ich nehme an einer Bar Platz und kriege sofort die Karte, auf der ausser Fleisch nicht viel steht. Also ist es jetzt wohl so weit und ich esse mein erstes südeamerikanisches Steak. Zum Preis von nicht einmal 11€ bekomme ich das:

Gemüse und Salat werden überbewertet. Den Reis brauche ich eigentlich nicht. Das Fleisch wird direkt hinter der Bar auf dem Grill gebraten und mir ist schleierhaft wie der Koch es schafft, es genau dann vom Grill zu nehmen wenn es nicht mehr blutet, aber auch noch nicht trocken ist - a punto eben. :)
Bis ich die Hälfte geschafft und damit sicher ein paar Hunde mit dem grosszügigen Rest glücklich gemacht habe, haben fast alle Läden um den Mercado geschlossen, um 5:30... Komisch.
Ich irre ein wenig herum und lande irgendwie an der Rambla, der Uferpromendade. Dirt laufe ich der Sonne entgegen und geniesse noch ein paar Strahlen bevor mich der Wind schon bevor die Sonne untergeht wegtreibt. 
Ich suche mir ein Cafe mit Wifi und will eigentlich Blog schreiben, komme aber lange ueberhaupt nicht ins Internet und so unterhalte ich mich mit dem netten Kerl vom Nebentisch bevor ich mich durchs dunkle Montevideo nach Hause bewege. Nachts sind südamerikanische Städte immer sehr schön!
 

Ein paar Jungs, die auch im Hostel sind, gehen zu einem Fussballspiel, aber mir ist nicht so sehr danach. Schliesslich ist die WM vorbei. Also bleibe ich im gemütlichen Wohnzimmer und schreibe... Mit den beiden Sprachen, die der Blog jetzt hat, bin ich fast schon im Stress. :)

17Sep Montevideo - mein Kindertraum

Seit ich als Kind eine Sendung gesehen habe, die einen Detektiv nach Montevideo geführt hat, will ich hierherkommen und heute werde ich mir endlich den Traum erfüllen und die Stadt sehen. Bisher war ich eher mäßig begeistert, aber das ändert sich hoffentlich heute. 

Beim Frühstück lerne ich Milton, Michael, Gustavo und einen Engländer kennen. Nachdem wir Das Thema Fussball abgehakt haben - Milton, der Brasilianer hat ein Deutschland T-Shirt an! - können wir uns der Tagesplanung widmen. Wir wollen alle die Stadt sehen. Nur Gustavo bleibt daheim weil er sich nicht so gut fühlt. 
Mit Milton ziehe ich los und wir spazieren am Hafen entlang in den Fluss hinaus.


Es ist sonnig, aber dennoch windig, so dass wir die Jacken gern anlassen. 
Bevor wir Michael und Manuel treffen, gehen wir in ein kleines Restaurant und bestellen die wirklich toll aussehenden Cannelloni. Ich freu mich auf italienisches Essen und werde ziemlich enttaeuscht. Die Cannelloni sind Pfannkuchen und die Füllung ist sehr weit weg von dem, was die Italiener machen. Egal, der Hunger treibts rein. Dafür gibt es hier überall frischen O-Saft. Das entschädigt.

Ein wenig zu spät treffen wir die Jungs und schaffen es aber noch in den Touristenbus. Diese Art des Sightseeings gefällt mir immer besser. So lerne ich den Teul von Montevideo kennen, der mir gefallen könnte... 


Ein bisschen erinnert mich das an Rio de Janeiro...
Nach 2.5h sind wir aus dem Bus, in dem es auch schon wieder ziemlich kalt war und die Jungs wollen im Mercado de la Puerta ein Steak. Das habe ich gestern gehabt. Also suche ich lieber nach 3 Postkarten und Ohrringen, um meine beiden Missionen zu erfüllen... Aus jedem Land meinen Omas und meinem Patenkind zu schreiben und Ohrringe für meine Schwester zu kaufen.
Die Sache mit den Postkarten wird immer schwieriger. Ich glaube, es schreibt kaum noch jemand. Es ist wirklich schwer welche zu finden und wenn, dann sind sie so hässlich, dass man sie eigentlich nicht haben will. Egal. Das muss sein.
In einem Cafe probiere ich endlich Alfajores. Milton erklärt mir was es damit auf sich hat. Unterschiedliche Hersteller, Geschmacksrichtungen,... Ich muss noch meinen Favoriten finden.


Bleibt mir noch die Suche nach schönen Ohrringen. Die, die ich bisher gesehen habe, reissen mich nicht vom Hocker. Ich will noch zum Mercado de Artesanias, der anscheinend bis um 9 aufhat. Als ich aber um 7:30 da ankomme, sehe ich nur Plastikplanen. Nix mehr mit Ohrringen und das war meine letzte Chance. :(

Im Hostel glühen wir mit Wein für die Barnacht vor und machen uns dann auf den Weg in die Bluzz Bar, in der eine Band Eine Hommage an Pearl Jam gibt... Live Musik, immer gut!
Unser brasilianischer Profi-Fussballer Gustavo - erinnert ein wenig an Hulk von der WM :) - dappt in ein Loch im Boden der Bar und braucht Eis für sein Knie... Typisch Fussballer :)
Anyway... Die Musik ist gut und das Bier schmeckt. 
Was in und vor der Bar passiert, bleibt in und vor der Bar. :)

Tuesday, September 16, 2014

15. September: Von Buenos Aires nach Colonia del Sacramento oder In and Out

Der Flug vor dem ich schon ein wenig Horror hatte wegen der Laenge, war dann doch nicht so schlimm. 8 von den 12.5h habe ich geschlafen. Der Sonnenaufgang ueber Brasilien - naja, ueber den Wolken trifft es wohl eher - war unbeschreiblich!!! Das ist eben der Vorteil eines Nachtflugs. Man sieht in jedem Fall die Sonne aufgehen. :) Allein dafür lohnt es sich Pilot zu werden...

Ok, genug der Lobhudelei auf die Sonne... Die angekündigte Temperatur in Buenos Aires sind sonnige 10 Grad... Brrrrrr! Wie Sommer in Deutschland :)
Am Ende kann es mir aber egal sein. Ich habe vor ein paar Tagen schon mein Fährenticket nach Colonia del Sacramento gebucht und verlasse somit nicht nur Buenos Aires sondern auch Argentinien heute wieder. Natürlich komme ich nochmal zurück, mit Yvonne, in ein paar Tagen. 
Jetzt erfülle ich erstmal noch einen anderen Traum, ich schaue mir Montevideo in Uruguay an und auf dem Weg dorthin stoppe ich heute in Colonia.

Zurück in den Flieger. Wir landen nach einem spektakulären Rundflug über Buenos Aires. Was für eine grosse Stadt!
Unsere Parkposition ist neben einem Lufthansa Jumbo mit der für Argentinien oassenden Aufschrift "Fanhansa"... Das ist nicht besonders nett von uns, aber ich kann schliesslich auch nichts dafür. "So gehen die Gauchos,..." Lassen wir das... :)

Die Einreise ist unproblematisch und ich freue mich über kostenloses Wifi. Schnell in die Toilette und Zähne putzen bevor ich mich in Argentinien's Hauptstadt stürze und mir eine Beschäftigung für den Morgen suche. Meine Überlegungen was ich ein paar Stunden mit Gepäck machen soll bis die Fähre ablegt, sind für die Katz. In Argentinien ist nicht die Einreise ein riesen Problem sondern anscheinend der Zoll. Hier werden alle Gepäckstücke beim Rausgehen gescannt und das dauert ewig. Die Schlange zieht sicih einmal hin und wieder zurück über alle Gepäckbänder. Das dauert mind 1.5h bis ich hier rausbin, zumal ich beim Anstellen nicht mehr so "aktiv" bin wie früher im Skiurlaub. Aber das lerne ich schnell wieder und so drehe ich irgendwann einfach um und stelle mich neben eine Grossfamilie, die schon ganz hinten in der Halle war und nun wieder auf dem "Rückweg" in Richtung Ausgang ist. Keiner merkt etwas und so habe ich mir mind. 30 min gespart. :)
Dafür dass nicht mal jemand das Röntgenbild anschaut wenn am Ausgang gescannt wird, wird ein ganz schöner Aufwand betrieben.
Noch vor dem Ausgang treffe ich auf ein paar Verkäufer von Bustickets und so schaffe ich es mir ohne Bargeld ein Ticket zum Fährterminal zu besorgen. 
Draussen ist es wirklich so kalt wie befürchtet. Gut, dass ich dieses Mal meine Softshell Jacke nicht im Flieger vergessen habe, denn ich brauche sie wirklich.
In der Schlange zum Bus treffe ich auf einen Spanier, der mich zum Skifahren nach Bariloche mitnehmen will. Eigentlich eine coole Sache, aber das würde zum einen meinen für diese Woche immerhin schon bestehenden Plan durcheinander bringen und zum Anderen habe ich noch ein wenig Schiss, dass das mit dem Skifahren nach dem Sprunggelenksbruch vielleicht noch nicht so richtig klappt. Das teste ich lieber mit meinen eigenen Skischuhen in den Alpen... Dankend lehne ich ab und steige bei der Fähre aus. Das Terminal ist nagelneu und innen drin begegnet mir gleich etwas Altbekanntes: Milka... Ein kompletter Verkaufsstand. 
Im 1. Stock kommt neben meinen Argentinien Einreisestempel nun wieder ein Ausreisestempel und darunter die Uruguay Einreise. So lässt sich ein Pass auch füllen. :)

Und schon wieder eine lange Schlange. Da meine Aussichte auf eine Fensterplatz bei dieser enormen Anzahl von stehenden Menschen schon jetzt bei unter null liegt, kann ich auch entspannt auf einem Sofa warten bis die meisten weg sind. 1h Bootschlaf ist fast so gut wie im Flieger und wird nur durch das deutsche Flitterwochen Paerchen gestört, das sich lautstark über seine Reisepläne unterhält.
Zum Hostel sind es nur 5 min zu Fuss und ich lechze nach Bewegung, also schwinge ich den grossen Rucksack hinten und den Kleinen vorne drauf und marschiere los.
Für ganze 3 min bin ich allein im Zimmer. Dann taucht Sarah auf. Sie ist aus Californien und reist seit 5 Monaten durch Südamerika.
Und schon ist meine Reisebegleitung für heute gefunden. Wir gehen erstmal ausgiebig Chivito essen, das Nationalgericht.


Der anschliessende Stadtbummel fällt sehr klein aus. Colonia ist wirklich mini und so sind wir in 1h schon überall gewesen, auch auf dem Leuchtturm. Von dort hat man einen tollen Blick auf Buenos Aires in der Ferne, man erkennt es aber nur an den Hochhäusern.
Die Seufzerstrasse finden wir auch, wissen aber die dazugehörige Geschichte nicht, Egal, ein Foto machen wir trotzdem bevor wir mit einem Eis bewaffnet in Richtung Sonnenuntergang losstapfen.


Ganz schön kalt. Sobald die Sonne weg ist, gehen wir zurück zum Hostel und holen unsere Jacken. Kaum sind wir wieder auf der Strasse bemerken wir, dass das Nest wie ausgestorben ist. Keiner scheint mehr unterwegs ausser den Marihuana rauchenden Hippies.

Noch ein Sangria, eine gute Unterhaltung und jetzt liege ich im Bett. Duschen reicht auch morgen früh noch. Mir ist jetzt einfach zu kalt.

Stop2: Colonia del Sacramento. Uruguay

Monday, September 15, 2014

14 September: der Beginn eines laaaaaaaangen Trips

Um die Welt fliegen is etwas, das ich definitiv am Liebsten mit Star Alliance gemacht hätte... Ich mag die meisten ihrer Airlines und sammel schon seit Ewigkeiten Meilen dort, die immer wieder für einen USA Flug reichen. Als ich aber nach erschwinglichen Tickets gekuckt habe, waren die Einzigen, bei denen die Osterinseln enthalten waren, One World, weil nur LAN auf diese mini Insel fliegt. Alles andere wäre viel teurer gewesen, also fliege ich jetzt mit denen. Wenigsten gehoert Aeroflot nicht zu ihrer Flotte. :) das China Abenteuer möchte ich nicht nochmal erleben.
Dafür haben sie BA, was ja nicht so schlimm ist, wie ihr Flughafen, dachte ich.
Seit gestern nacht habe ich versucht online einzuchecken, um noch einen akzeptablen Sitzplatz für den 14:35h Flug nach Buenos Aires zu bekommen. Aber selbst um 15 Uhr heute nachmittag -1:25h vor dem Abflug - war ich laut der Webseite immer noch zu früh dran und mir wurde gesagt, ich könne erst 24h vor Abflug einchecken. Dass ich mein Ticket in der Zwischenzeit 100mal gecheckt habe ob Jahr und Tag auch wirklich stimmen, versteht sich von selbst. 
Schliesslich habe ich wie früher eingecheckt, am Schalter mit dem Reisepass. Dafür hab ich noch einen Fensterplatz nach Buenos Aires bekommen, Erfolg auf der ganzen Linie... Also bleibt mir nur der Hass auf Terminal 5 und selbst der schwindet langsam. Eigentlich ist es hier ganz schön und mal abgesehen davon, dass keine Steckdose zu funktionieren scheint, ist meine Erfahrung bisher viel besser als beim letzten Mal.

Kommen wir zurück zum tränenreichen Abschied. Nein, davon werde ich nicht erzählen. Ich habe Omi erklärt, dass sie die Tage zählen soll, bis ich wieder da bin, was nun kein Problem mehr ist. Ich gehe heute, am 14. Und komme ja am 20. schon wieder... Kein Problem!

Ich habe keine Ahnung was heute los war... Das boarden und aussteigen war unglaublich langsam. Vielleicht lag es daran, dass es nur Touristen waren oder war ich einfach nur zu aufgeregt, endlich losfliegen zu dürfen und dann beim Aussteigen zu gespannt auf T5? Boarden hat über eine halbe Stunde gedauert. Manche checken doch wirklich ab Reihe 5 penibelst jedes Schild bis 28, wo sie sich dann umständlich hinsetzen. Es könnte ja sein, dass die Briten Reihe 28 schon nach Reihe 12 angesiedelt haben. Man kann es nicht wissen. 

Wenigstens hier in T5 ist alles beim Alten. Ich sitze in Lisa's und meinem Lieblingsrestaurant, in dem wir vor Jahren viele Stunden verbracht haben und es ist fast schon cool... Oder liegt das an der Klimaanlage?
Genug mit den Witzen. 

Danke Papa, dass du mich zum Flughafen gefahren hast... Der Fels in der Brandung! :)

Oh, und ich werde dieses Mal Fotos von "der Eule" - Name kommt noch - posten. Die haben ich von meinem Parenkind Eva bekommen und ich zeige ihr die Welt :)

Stop No1: London Heathrow - GB check!

Sunday, September 14, 2014

Es geht los

Jede tolle Reise beginnt mit einem guten Espresso...


Flug No 1, München nach London Heathrow - nicht mein Lieblings-Flughafen und schon gar nicht mein Lieblings-Terminal: 5. Da hing ich vor mittlerweile fast 6 Jahren mal über 24h mit meiner Schwester fest wegen nicht mal 5cm Schnee, die nicht nur den Flughafen sondern auch den kompletten öffentlichen Verkehr und somit ganz England lahmgelegt haben. Darüber will ich aber lieber nicht nachdenken. Ich bin auf dem Weg in ein anderes, mit Sicherheit großartiges Abenteuer...


Packen wird einfacher, je öfters man es macht und deshalb wr ich gestern nacht auch superschnell damit  fertig und hatte nur wenige Entscheidungen zu treffen... Naja, vielleicht lag es auch ein wenig daran, dass mein ganzes Hab und Gut bei meinen Eltern in ein Zimmer gepfercht ist. So hatte ich mir die 2. Jahreshälfte nicht vorgestellt als ich an Sylvester mit Krücken und Metall im Sprunggelenk in Luzern gefeiert habe. Und jetzt sitze ich im Flugzeug, vor mir 14 Wochen, 12 Flüge, 9+ Länder und viele Erinnerungen, die gemacht werden wollen. Besser hätte es nicht laufen können. Ich werde mir endlich einen langersehnten Traum erfüllen und die Erde umrundet haben wenn ich an Weihnachten wieder deutschen Boden berühre. D.h. ich werde im Oktober meinen längsten Flug antreten, Tahiti um 7 Uhr morgens verlassen und nach ca. 6h Flugzeit am nächsten Tag um Mittag in Auckland landen.

Dass ich bei diesem Trip die USA ausgeklammert habe, ist Absicht. Ich war praktisch den ganzen Juli da, habe Freunde mit Häusern an Seen besucht, dort mehr Freunde getroffen und es mir gut gehen lassen. Natürlich war ich auch bei "Boyfriend" und so ist für 2014 alles gut. :) Trotzdem werde ich wiederkommen, keine Sorge.

Meine Kurztrips nach Schweden und Portugal waeren definitiv ein paar Einträge hier wert... Sie waren aber reingepresst in die Unannehmlichkeiten des Auszugs aus der Münchner Wohnung und so fehlte die Zeit zu schreiben. 
Und dann waren da die Wochen mit der Familie, mit meiner Schwester und dem frisch angeheirateten Schwager und die letzte Woche hier zu Hause mit meinen Eltern und Omi... Auf dem Speicher - nein, wir haben keinen Bühne :) (und auch keinen Dachboden) :) - habe ich tagelang beim Aufräumen Tränen gelacht über alle Kindheitserinnerungen und Briefe, die ich bekommen habe. Mann, war das lustig, Schmuddelbuddel :)

Ich schaue aber jetzt nicht zurück sondern nur nach vorne...
14 Wochen... 1 Richtung: West, 1 Mission: Horizonterweiterung

Fortsetzung folgt...